Rudi - Ein tolles Bärenleben

Autor*in
Grzimek, Martin
ISBN
978-3-446-20638-0
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Erlbruch, Leonard
Seitenanzahl
160
Verlag
Hanser
Gattung
Krimi
Ort
München
Jahr
2005
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
12,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

“Ein tolles Bärenleben” erzählt aufregende Geschichten von der Reise des Bären Rudi durch die Welt. Von Deutschland gelangt er nach Paris und später auch nach Venezuela. Abenteuerliche Erlebnisse mit Kriminellen, sogar Kindesentführern, aber auch mit anderen Kuscheltieren und Puppen, mit einem gefährlichen, geldgierigen Puppendoktor und auch mit den Familien, in denen der Bär lebt, lassen ihn “erwachsen”, unerschrocken und welterfahren werden.

Beurteilungstext

Nicht nur ein tolles Bärenleben, sondern auch ein tolles Buch! Titeleinband, Gestaltung, Text und Bebilderung sind ein wahrer Schatz für Buchliebhaber. In warmen Braun- und Grüntönen sehen wir auf der Titelseite einen etwas “gealterten” Steiff-Bären sitzen, der neugierig bis ratlos in die Welt schaut. Diese gelassene Haltung braucht er auch, um all seine Abenteuer zu bestehen.
Nah am Kind und seinem Bedürfnis nach tröstenden Kuscheltieren, die mit ins Bett dürfen, erzählt der Autor die zum Teil traurige, aber umso spannendere Geschichte von Rudi. Traurig fand ich den Anfang, an dem Rudi in einer Schachtel auf seinen neuen “Einsatz” wartet. Sein Besitzer Christian, der ihn einmal heiß liebte, besitzt inzwischen einen Hund, den er vorzog. Später wurde er groß und hatte für Teddys nichts mehr übrig. Erst als dieser, längst erwachsen, seiner Tochter Sarah seinen Bären Rudi zum Geburtstag schenken will, kommt neues Leben in Rudis Dasein, und wie! Zuerst landet er beim kriminellen Puppendoktor. Dann, anfangs kaum von Sarah beachtet, wird er in Paris ein weltberühmter Bär, der eine Kindesentführung aufklären konnte, und geht später sogar zur Schule, um Lesen und Schreiben zu lernen.
Dieses Buch ist nicht nur aufregend und spannend, sondern auch informativ. Der Leser lernt das Leben armer Leute in Südamerika kennen, die vom Müllsortieren leben und so Rudi finden. Auf einfühlsame Art und Weise schildert der Autor das Leben in anderen Kulturen, ohne Sentimentalität oder Kitsch. Er hat eine anspruchsvolle Sprache, sehr lebendig und anschaulich. Düfte, Gefühle, Farben und vieles mehr werden lebendig beim Lesen oder Vorlesen. Martin Grzimek kommentiert auch als Autor manches Geschehen so, dass man als Erwachsener öfter schmunzeln darf. Der Autor weiß, wovon er erzählt. Mehrere Jahre lebte er in Venezuela mit seinen eigenen Kindern.
Das Buch ist ein klassisches Vorlesebuch, da es von der Thematik her sicher wenig fortgeschrittene Leser anlockt, die aber vom Umfang, von der Seitenanzahl, der kleinen Schrift und den eher wenigen Illustrationen überfordert sind. Wenn sich ein fortgeschrittener Leser allerdings trotz Teddybärengeschichte dranwagt, wird er seine Freude haben. Zum Vorlesen eignet es sich auch wegen der vielen Kapitel bestens. Auch unzählige Gesprächsanlässe ergeben sich aus dem Buch. Armut und Reichtum, Geschenke, und nicht zuletzt die Frage nach dem eigenen “alten” Bären oder sonstigen Wegbegleitern können auftauchen bei der Lektüre.
Auch die wenigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Leonard Erlbruch, ein ganz junger Zeichner, der erst in diesem Jahr seine Schulzeit beendet, strahlen Einfühlsamkeit und Wärme aus. Er hat das Buch genau gelesen und sich von seiner Wärme inspirieren lassen.
Ein Fehler fiel mir auf den letzten Seiten auf. In dem kurzen Text über Autor und Illustrator steht bei Erlbruch “diese Buch” statt “dieses Buch”.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von infe.
Veröffentlich am 01.01.2010

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