Magie im Haar

Autor*in
Mabuse, MotsiRickhoff, Christine
ISBN
978-3-8458-5018-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Ewen , Diane
Seitenanzahl
40
Verlag
arsEdition
Gattung
BilderbuchBuch (gebunden)
Ort
München
Jahr
2023
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreVorlesen
Preis
16,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

“Magie im Haar” ist ein herzerwärmendes Bilderbuch von Motsi Mabuse, das alle Kinder dazu inspiriert, an die eigene Magie und Besonderheit zu glauben.

Beurteilungstext

Das Bilderbuch-Debüt der Tänzerin und Moderatorin Motsi Mabuse ist eine biografisch inspirierte Geschichte: Ihr Kind ist unzufrieden mit den dunklen lockigen Haaren im Vergleich zu den anderen Kindern im Kindergarten mit glatten Haaren. Genau diese Sorgen hat Anele, die Protagonistin des Buches, als ihre Mama sie ins Bett bringt. Die Mutter erklärt ihr, dass „jeder etwas andere Haare [hat], aber jedes Haar ist schön und besonders. Auch deins“. In der Nacht wacht Anele etwas ängstlich auf, da sie ihr Kuscheltierschwein nicht findet, und beruhigt sich, indem sie eine ihrer Locken um den Finger zwirbelt. Plötzlich durchströmt sie ein Kribbeln, das Kinderzimmer funkelt und glitzert: Anele fühlt sich mutig und stark und kann mit ihren Kuscheltieren sprechen. Die Magie aus ihren Haaren hat Aneles Pyjama in einen weißen mit goldenen Sternen übersäten Superheldinnenanzug verwandelt, ihre Haare tanzen und funkeln und eine besonders lange Strähne schaukelt sanft das Kuscheltierschweinchen Cha-Cha.
Am nächsten Tag macht Aneles Familie einen Ausflug in den schönen Park und Anele stromert mit Cha-Cha alleine durch die alten Bäume. Ein Eichhörnchen fragt Anele um Hilfe, da ein Eichhörnchenbaby aus dem Nest gefallen ist. Cha-Cha motiviert Anele, wieder den Trick mit den magischen Haaren auszuprobieren. Gesagt, getan: Anele zwirbelt eine Strähne und dreht sich im Kreis. Es kribbelt und glitzert, der Superheldinnenanzug und die funkelnden Haare sind zurück und eine besonders lange Locke hebt das kleine Eichhörnchen aus dem hohen Gras zu seiner Mutter.
Anele und Cha-Cha freuen sich riesig und tanzen hocherfreut über Baumstämme und durch eine matschige Pfütze, bis sie von Aneles Vater lachend zum Heimweg gerufen werden. Auf dem Nachhauseweg fragt Anele ihre Mutter, ob sie auch schon mal „von innen geleuchtet und [sich] ganz mutig und stark gefühlt“ hat mit einer eigenen Superkraft. Ihre Mutter bekräftigt sie und erklärt, dass dies passiert, wenn man an die Magie in sich glaubt. Das Buch endet damit, dass Aneles Vater ihr erklärt, wie viel „heller, schöner und leichtender die Welt ist“, seit es Anele gibt.
Die Geschichte wird durch ausdrucksstarke Bilder mit deutlich dargestellter Mimik der Personen getragen. Jede Doppelseite beinhaltet eine Szene die in einem kurzen Absatz beschrieben wird. Die Illustrationen sind ohne zu überladen von kleinen Details gespickt, die beim Vorlesen entdeckt werden können. Besonders ist das Buchcover, welches mit erhabener Glitzerschrift und glitzernden Sternen versehen ist.
Die Geschichte ist von Magie durchsetzt (es wird angedeutet, dass Kuscheltiere eigentlich immer sprechen und sich bewegen können, aber sich meistens nur zurück halten) und ist durchweg liebevoll. So schimpfen die Eltern nicht, sondern reagieren amüsiert, nachdem Anele und das Kuscheltier dreckig nach dem Spielen im Schlamm sind und sind auch nicht verwundert, als Anele von ihrer Magie im Haar erzählt sondern bestärken das Kind.
Lediglich die abrupten Übergänge in der Geschichte wirken etwas unelegant, was dem positiven Gesamteindruck des Buches jedoch keinen Abbruch tut.
Hervorzuheben ist, dass mit einer Leichtigkeit gängige Geschlechterklischees umgangen werden: Bei Aneles Zimmereinrichtung, ihrer Kleidung und dem Spielzeug kommen alle Farben und Themen vor, sie scheint Glitzer und Malen mit pinken Stiften genauso sehr zu lieben wie das Herumstromern und Eicheln sammeln. Auch Aneles Eltern werden beide fürsorglich und annähernd gleich eingebunden dargestellt.
„Magie im Haar“ empowert nicht nur (möglicherweise) von Rassismus betroffene Kinder, sondern inspiriert alle gleichermaßen mit einer warmherzigen Freude, an die eigene Magie und Besonderheit zu glauben.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Anna Schumacher; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 23.02.2024

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