Flugzeiten

Autor*in
Chidolue, Dagmar
ISBN
978-3-596-85235-2
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
251
Verlag
Fischer Schatzinsel
Gattung
Ort
Frankfurt
Jahr
2007
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
12,90 €
Bewertung
eingeschränkt empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

In diesem Buch erzählt die bekannte Autorin Dagmar Chidolue über die Jugend ihres Vaters, einem Kind aus einer armen, kinderreichen ostpreußischen Familie, zur Zeit des Dritten Reiches.

Beurteilungstext

Dieses Buch, das nach der Realität erzählt ist, zeigt, welche Versuchung die Organisationen der NSDAP für Jugendliche in der Lage des Vaters der Autorin hatte. Wie viele andere interessiert er sich absolut nicht für Politik. Er leidet unter den ärmlichen Verhältnissen, in denen die Familie lebt; Schulbildung ist etwas, was für ihn unwichtig ist, er muss so viel zu Hause arbeiten, dass er meist nur todmüde in der Schule ist. Das Einzige, was er will, ist, aus der winzigen, überfüllten Wohnung heraus zu kommen. Eine Möglichkeit dazu bietet ihm die Fliegergruppe der Hitlerjugend, wo er mit Begeisterung mitarbeitet, Anerkennung findet und Erfolg hat. Die politische Schulung übersteht er wie die Schule, nämlich indem er weg hört und träumt. Denken und Abstrahieren sind nicht seine Sache. Er genießt - wie später beim Militär -, dass ihm immer jemand sagt, was er zu tun hat. Erst im Krieg ändert er seine Meinung. Dieses Buch gibt Antwort auf die Frage: "Wie war es möglich?", die sich wohl die meisten Menschen stellen, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigen. Doch ein fundiertes Wissen über diese Zeit ist Voraussetzung, um dieses Buch richtig zu interpretieren. Wer das nicht hat, muss glauben, dass Hitler mehr Gutes als Böses gebracht hat und diese Zeit doch gar nicht so schlimm war, wie man immer hört. Da Jugendliche dieses Wissen meist nicht haben, ist dieses Buch nur empfehlenswert, wenn darüber gesprochen wird, also z.B. in der Schule, ansonsten trägt es zur Verharmlosung der Nazizeit bei. Der Wandel des jungen Mannes, seine Abkehr müsste unbedingt enthalten sein. Schade, denn das Buch ist gut geschrieben

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von UH.
Veröffentlich am 01.01.2010

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