Der zweite Kopf des Richard Westlake

Autor*in
Mulligan, Andy
ISBN
Übersetzer*in
Gutzschhahn, Uwe-Michael
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
412
Verlag
Heckner
Gattung
Ort
Wolfenbüttel
Jahr
2014
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
9,99 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Richard erwacht mit Halsschmerzen und nun ist nichts mehr wie vorher. Rikki, sein zusätzlich gewachsener zweiter Kopf, hinterfragt alles und ist rebellisch, denn schon seit dem Tod des Großvaters ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Eltern, Freunde und Lehrer versuchen zu helfen und stützen sich auf Dr. Warren. Doch als Richard und Rikki in die Klinik eingewiesen werden, gibt es keinen Kompromis mehr. Flucht oder Versuchsobjekt zu sein, das sind die Alternativen - und jetzt sind sich beide einig!

Beurteilungstext

Dass jemandem ein zweiter Kopf wächst, mutet zunächst sehr phantastisch an, doch dieser Jugendroman ist zutiefst realistisch und gehört nicht zur phantastischen Literatur. Mit diesem Mittel schafft der Autor eine Möglichkeit, die beiden Seiten einer Persönlichkeit herauszuarbeiten. Wie schon Stevenson mit „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gelingt es Andy Mulligan hervorragend, die zwiespältige Gefühlslage des Jungen zu beschreiben. Richard, der immer angepasste, beliebte und kluge Junge, ist innerlich verzweifelt über den Tod seines Großvaters, den er unmittelbar erlebte. Doch keiner spricht mit ihm darüber. Die Spuren des geliebten Danda im Haus seiner Familie verschwinden nach und nach, und die rationalen Begründungen können die Trauer nicht zulassen. Mit diesem Schmerz allein gelassen entwickelt sich Rikki, der zweite Kopf – Rebell und Zweifler, der die Harmonie in der Schule, unter den Freunden und zu Hause in Frage stellt. Seine Wut und Verzweiflung brechen sich mit Beleidigungen und Zerstörungen Bahn. Richard und Rikki ringen miteinander und es wir immer schwerer für die Eltern, Lehrer und Freunde mit dieser Situation umzugehen. Der Arzt scheint der einzige Rettungsanker zu sein, doch der stellt mit seinem Team die Wissenschaft über die Menschlichkeit und wird so zum lebensgefährlichen Gegner. Der Blick auf Psychotherapie und Neurologie gerät hier zwar etwas einseitig und für junge Leser bisweilen auch etwas zu grausig, aber sagt dennoch aus, dass nicht jeder Therapeut für jeden Klienten gut ist und wissenschaftliches Arbeiten ohne Skrupel ein Verbrechen ist.
Der Roman gliedert sich in 5 Teile, die wiederum aus einzelnen Kapiteln bestehen. Von Beginn an wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der während der Geschichte nicht erschlafft, die Empathie des Lesers einfordert und auf ein furioses Ende zuläuft.
Andy Mulligans an Dialogen reicher Schreibstil trifft das jugendliche Sprachempfinden und die Suche nach Identität in diesem Alter sehr gut. Er nimmt den Leser emotional mit auf eine spannende Reise durch ein Jahr im Leben von Richard Westlake mit all seinen Zweifeln, seiner Trauer und Suche nach sich selbst. So kann die Lektüre für Teenager durchaus ein Baustein sein in der Entwicklung zu einer starken selbstständigen Persönlichkeit.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von mst.
Veröffentlich am 01.01.2010

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