Grenzwelten: Zwei Romane

Autor*in
Le Guin, Ursula K.
ISBN
978-3-596-70578-8
Übersetzer*in
Nölle, Karen
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
400
Verlag
FISCHER Tor
Gattung
DystopieErzählung/RomanScience Fiction
Ort
Frankfurt am Main
Jahr
2022
Lesealter
16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
16,99 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Der Doppelroman „Grenzwelten“ von Ursula K. Le Guine vereint zwei interessante Dystopien in einem Werk. Das erste Werk trägt den Titel „Das Wort für Welt ist Wald“ und das zweite „Die Überlieferung“. Beide Werke handeln von der Menschheit, die ihren Planeten verlassen hat und jetzt versucht die anderen Welten nach ihrem Wunsch zu formen.

Beurteilungstext

„Das Wort für Welt ist Wald“ handelt von einem Waldplaneten, dessen eigentlich friedliche humanoide Rasse, die „Kritschies“, wie sie die Menschen nennen, durch das Zutun der Menschen ihre Wesenzüge verändert. Die Menschen roden den Wald, versklaven das Volk und vergewaltigen die andere menschliche Rasse.
Die Folgen der Gräueltaten der Menschen werden durch den präzisen Schreibstil und die Dialoge zwischen den Vertretern der beiden Geschlechter sind realistisch und nachvollziehbar. Die Handlungsmotive und das politische und militärische „Actio-Reactio“ ist spannend zu verfolgen und auf circa 160 Seiten ist das relativ schnell aber passend abgehandelt.
Die Autorin schafft es, die immer wieder kehrenden Fehler des menschlichen Denkens, was es Besitzanspruch und Territorialgedanken angeht gut dazustellen.
Im zweiten Werk des Buches geht es ebenfalls um eine Reisende, die von der Regierung beauftragt wird, in einem abgeschnittenen Dorf Hinweise auf verbotene Kulturen und Bräuche zu finden.
Die Regierung hat aus Angst vor diesen Bräuchen alles, was ihnen nur etwas fremd erscheint, zerstört und auch die mündliche Überlieferung und Ausübung verboten. Bibliotheken wurden verbrannt und Ordnungshüter überwachen die Bevölkerung.
Die Protagonistin jedoch ist eine wissbegierige Person und „rutscht“ in die „Sekte“ die sie untersuchen soll. Es beginnt ein interessantes Spiel zwischen Obrigkeit, Gewissen, Neugier und Ignoranz.
Beide Romane sind spannend erzählt und die Kombination in einem Werk auf insgesamt 400 Seiten ist gut getroffen. Die Leser*innen werden durch beide Welten geführt und bekommen Fehler der Menschen aufgezeigt, von denen man in der heutigen Zeit erwartet, dass sie nie wieder vorkommen sollten…
Die Reflexion der Handlungen ist gerade in der heutigen Zeit aktuell und sollte auch Thema des Unterrichts bleiben. Aus diesem Gründen empfehle ich das Werk nicht nur im privaten, sondern sehe es als passende und gute Ergänzung der Schulbildung in höheren Jahrgangsstufen. Gerade in den Jahrgangsstufen in denen man die Weltkriege und verwandte Thematiken behandelt, ist dieses Buch fast schon ein „Muss“. Ab einem Alter von circa 15 oder 16 Jahren definitiv zu empfehlen.

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Diese Rezension wurde verfasst von flo; Landesstelle: 23 Sachsen-Anhalt.
Veröffentlich am 02.06.2022