Der Uhrmacher in der Filigree Street

Autor*in
Pulley, Natasha
ISBN
978-3-8337-4369-6
Übersetzer*in
Schwarzer, Jochen
Ori. Sprache
Englisch
Sprecher*in
Umfang
691  Minuten
Verlag
Jumbo
Gattung
AudioFantastikKrimi
Ort
Hamburg
Jahr
2021
Alters­empfehlung
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
22,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

In dem Hörbuch lauschen wir der Geschichte um eine rätselhafte Uhr und einen ungewöhnlichen, kompliziert aufzuklärenden Bombenanschlag auf das Scotland-Yard-Gebäude im viktorianischen England. Bezuggenommen wird dabei auf das Japan des 19. Jahrhunderts, und auch fantastische Elemente kommen nicht zu kurz.

Beurteilungstext

Das Hörbuch ist ein Genre-Mix mit Elementen aus Krimi, Fantasy und historischem Roman. Erzählt wird die Geschichte von Thaniel Steepleton, einem einfachen Angestellten im Innenministerium, der in London im Jahre 1883 lebt. Als Thaniel eines Tages in seine kleine Mietwohnung heimkehrt, findet er nach einem Einbruch auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr. Er kann sich nicht erklären, von wem diese ist und wie sie dorthin kommt. Sechs Monate später gibt es einen Bombenanschlag auf das Gebäude von Scotland Yard. Nur weil seine Uhr ein Alarmsignal gab, wurde Thaniel Steepleton rechtzeitig gewarnt. Sogleich macht er sich auf die Suche nach dem Uhrmacher. In der Filigree Street entdeckt er den Laden von Keita Mori. Dieser stammt aus Japan, lebt einsam und zurückgezogen und bringt es auf dem Gebiet der Uhrherstellung zur wahren Meisterschaft. Außerdem baut er kleine mechanische Wesen, die sich, von Uhrwerken angetrieben, wie von Zauberhand bewegen. Am beeindruckendsten ist ein Oktopus, der ein Eigenleben zu führen scheint. Thaniel berichtet seinen Vorgesetzten über seine Beobachtungen und erhält den Auftrag, den Uhrmacher weiter zu beobachten und herauszufinden, ob Mori mit den Attentätern des Bombenanschlags in Verbindung steht. Fortan wohnt er als Untermieter beim Uhrmacher. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Aber ist Mori tatsächlich so harmlos, wie es den Anschein macht? Beinahe unheimlich ist es, wie er Dinge vorherahnt. Hat er etwas zu verheimlichen? Parallel zu diesem Handlungsstrang wird die Geschichte von Grace erzählt, einer jungen emanzipierten Frau, die ihrem Leben der Wissenschaft und Forschung verschrieben hat und sich in dieser im 18. Jahrhundert von Männern dominierten Welt behaupten muss. Eines Tages kreuzt sich ihr Weg mit dem von Thaniel. Sie nähern sich einander an und beschließen eine zweckgebundene Verbindung einzugehen. Es verwundert etwas, dass ausgerechnet sie sich gegen die Suffragetten ablehnend zeigt, die ja eigentlich für das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung kämpften.
Packend wird die ungekürzte Handlung von Jonas Minthe, dem Sprecher des Hörbuchs, erzählt. So klärt sich erst am Ende auf, wie alles zusammenhängt. Der Mix der verschiedenen Genres geht auf und wird gelungen zusammengefügt. Der Hörer kann sich die Kulissen der Erzählung gut vorstellen, sind sie doch ausführlich und detailreich beschrieben. Darüber hinaus werden dem Hörer Einblicke in die japanische Kultur gegeben und auch mit welchen Vorurteilen Personen aus anderen Kulturen sich konfrontiert sehen.

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Diese Rezension wurde verfasst von fs; Landesstelle: 12 Berlin.
Veröffentlich am 02.06.2022