DAS MÄDCHEN OHNE HÄNDE

Autor*in
KAMARA, MARIATU
ISBN
978-3-629-02229-5
Übersetzer*in
Mallett, Dagmar
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
208
Verlag
Pattloch bei Droemer
Gattung
Ort
München
Jahr
2009
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
14,95 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Erschütternder Bericht über das Mädchen Mariatu, dem im Bürgerkrieg in Sierra Leone beide Hände abgeschlagen werden

Beurteilungstext

Als die Rebellen 1999 ein kleines Dorf in Sierra Leone überfallen, werden der 12-jährigen Mariatu beide Hände abgeschlagen. Sie flieht unter Schmerzen und gelangt bis nach Freetown, wo sie in einem Flüchtlingslager Zuflucht findet. Einige ihrer Verwandten kommen kurze Zeit später nach. Zu allem Unglück ist sie auch noch schwanger, weil ein viel älterer Freund der Familie sie kurze Zeit vorher vergewaltigte. Sie richtet sich im Lager ein und bekommt das Kind, das wenige Monate nach der Geburt stirbt. Um etwas Geld zu verdienen, geht sie mit anderen Kindern betteln. Zeitungsjournalisten werden auf sie und ihr Schicksal aufmerksam und holen sie erst nach England und später nach Kanada. Hier fühlt sie sich wohl, findet Freunde und geht zur Schule. Mit ihrem großen Überlebenswillen meistert sie auf bewundernswerte Weise ihr schreckliches Leben.
Durch den Titel ("Das Mädchen ohne Hände") weiß man bereits in etwa, was auf einen zukommt, wenn man zu diesem Buch greift. Und doch kann man vor Entsetzen, Hilflosigkeit und Ekel stellenweise kaum weiter lesen, weil es so unvorstellbar schrecklich ist, was Mariatu widerfährt. Man ist fassungslos und gleichzeitig bewundert man dieses Kind, das fast immer positiv ist und das ganz schnell lernt, auch ohne Hände selbstständig zurecht zu kommen (Handprothesen lehnt sie ab). Der Bürgerkrieg in Sierra Leone wird einem mit all seiner Brutalität in den schauerlichsten Farben deutlich gemacht, so dass man dieses Buch nur jedem empfehlen kann! Dass Mariatu später in Kanada glücklich ist und die Chance ergreift, zusammen mit Susan McClelland ein Buch über ihr Leben zu schreiben, ist nur mehr als verständlich.

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Diese Rezension wurde verfasst von REI.
Veröffentlich am 01.01.2010