Wo gehst du hin, Opa? Ein Bilderbuch über das letzte Geheimnis
- Autor*in
- Endres, Brigitte
- ISBN
- 978-3-905945-46-1
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- Schulze, Marc-Alexander
- Seitenanzahl
- 32
- Verlag
- Aracari
- Gattung
- BilderbuchBuch (gebunden)
- Ort
- Zürich
- Jahr
- 2025
- Lesealter
- 0-3 Jahre4-5 Jahre6-7 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- BüchereiFreizeitlektüre
- Preis
- 15,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Wie wird es sein, das Leben nach dem Tod? Über diese Frage unterhält sich Emmi beim letzten Besuch ihres Opas…
Beurteilungstext
Es scheint ein ganz normaler Tag zu sein und die Sonne steht hell und klar am Himmel. Emmi hüpft vergnügt und freut sich auf den Besuch bei ihrem Opa. Erst auf dem Weg zum Krankenhaus, erklärt die Mutter ihr, dass es Opa sehr schlecht gehe und er vielleicht „gehen“ müsse. Diese Aussage lässt Emmi fragend zurück. Als sie im Krankenhaus ankommen, sieht ihr Opa tatsächlich sehr krank aus. Emmi fragt direkt, wo Opa vorhat hinzugehen. Der alte Mann erklärt ihr - Seite für Seite im Buch dargestellt - wie das Ziel seiner Reise aussehen könnte: eine große Party, mit allen bereits gestorbenen Freunden und Familienmitgliedern, ein Dschungel, in dem er wieder jung wäre, das Weltall, wo er ein Stern sein könnte, das „normale“ Leben, wo er als Schutzengel mit weißen Flügeln auftauchen würde oder auch als Baum in Emmis Garten. All diese möglichen Optionen, findet Emmi gar nicht schlecht. Auch die, das Opa ins Nichts geht, scheint für sie in Ordnung, weil er dort keine Schmerzen mehr hätte. Dennoch möchte sie, dass Opa bleibt. Das geht nicht, was der Besuch des Großvaters auf dem Friedhof am Ende des Buches zeigt…
Dieses Bilderbuch widmet sich dem Tabuthema Tod und der Frage danach, was nach dem Leben kommt. Es stellt verschiedene Möglichkeiten dar, welche alle durchaus als „populäre“ Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod zählen könnten. Der Text des Buches ist verständlich geschrieben und gliedert sich zumeist in zwei Teile pro Doppelseite. Dabei ist der erste Teil jener, in welchem der Oper seine Vorstellung präsentiert. Darauf folgt der zweite, in welchem sich Emmi zum eben Gehörten Gedanken macht und Position bezieht. Im Buch findet sich ein großer Bruch an der Stelle, an der Emmi, traurig aussehend, ihrem Opa ein letztes Mal im Krankenhaus winkt. Es folgt eine große Leerstelle und die Leser*in wird dann überraschend aus dem Buch verabschiedet, da, wo Opa längst begraben liegt.
Die Illustrationen des kurzweiligen Bilderbuches sind farbenfroh und voller Details gezeichnet. Bereits auf den Seiten des Einbandes sind viele Bilder, wie Fotografien, zu sehen. Sie haben eine Rahmung und bilden glückliche Momente von Emmi mit ihrem Opa ab. Auch sind dort die Bilder von bereits verstorbenen Personen zu sehen, welche im Verlauf des Buches in der Handlung auftauchen. Insgesamt handelt es sich um ein empfehlenswertes Buch, welches Text und Bild sehr gelungen miteinander verbindet. Es kann als Impuls für Gespräche zum Tabuthema Tod dienen und zu Gedanken zum eigenen Sterben oder dem Sterben anderer anregen. Sprachlich hat es Potential noch präziser und klarer zu sein. Es ist sowohl für den Einsatz im schulischen Kontext, als auch in Freizeiteinrichtungen und der Familie zu empfehlen.