Was wäre wenn wir fliegen könnten

Autor*in
ISBN
978-3-551-20987-0
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Filler, Anja
Seitenanzahl
298
Verlag
Carlsen Verlag
Gattung
Ort
Hamburg
Jahr
2009
Lesealter
10-11 Jahre12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
16,90 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Das vom Text dominierte Sachbuch zum Lesen und Vorlesen wendet sich an jeden, besonders an neugierige Kinder mit einem breiten Interessenspektrum. Über Gedankenspiele befördert es kreative Denkleistungen, die danach in einen populärwissenwissenschaftlichen, informativen Zusammenhang eingeordnet werden.

Beurteilungstext

Im Vorwort wird die Autorenabsicht angekündigt; dort heißt es: “ Mit diesem Buch möchten wir eure Welt auf den Kopf stellen, euch zum Träumen, Fantasieren und Nachdenken anregen, euch entführen ins Land der tausend Möglichkeiten... Wir haben uns für dieses Buch einige Fragen ausgesucht und begeben uns mit euch auf die Suche nach allen möglichen Antworten und Spinnereien - mal sehen, wenn sie am Ende gar nicht so falsch sind?”
Mehr als 50 spektakuläre “Was wäre, wenn...” - Fragen, die zum Querdenken anregen, weist allein das Inhaltsverzeichnis aus. Erstaunlich, wie gut befragte Kinder damit zurechtkommen. Einige ihrer Antworten wurden, im Text farbig unterlegt, in das Buch aufgenommen. Dabei wird deutlich, dass Kinder durch das Infragestellen bisheriger Erfahrungen zu neuen Sichtweisen angeregt werden, die in ganz verschiedene Richtungen gehen können. So äußern sich z. B. 10 -jährige Kinder aus München zur Frage:
Was wäre, , wenn die Weltmeere so richtig sauer würden? Was sagt ihr dazu? (S. 78)
Christian: Die Weltmeere könnten auf das Kohlendioxid sauer werden, weil es sie verdreckt.
Philipp: Die Weltmeere könnten auf die Menschen sauer sein, denn die fliegen mit den Flugzeugen und fahren mit den Autos und die pusten Kohlendioxid raus.
Lea: Dadurch, dass die Korallen, Seegurken und Kalkwassermuscheln sterben, sterben auch die Fische, weil sie kein Futter mehr haben.
Laura: Es könnte sein, dass die Ozeane dann aussehen wie das Tote Meer, also es würde kein Leben mehr geben...
Der nachfolgende in Abschnitte untergliederte Text zu dieser Problemstellung konkretisiert das Thema und vermittelt Wissen darüber, auch dort findet man viele “W...Fragen”.
Wie kommt die Kohlensäure in die Ozeane?
Warum ist das saure Wasser schädlich?
Was können wir tun, damit die Weltmeere nicht noch saurer werden?
Kaum zu glauben, dass ...
Obwohl kein Lehrbuch, ist das Buch für Lehrende und Lernende gleichermaßen nützlich, weil es bei z. B. bei Schülern Interessen und Informationsbedürfnisse ausprägen hilft. Für Lehrende wird deutlichlicht, wie geschicktes Fragen das heuristische Unterrichtsgespräch und den problemhaften Unterricht stimulieren können.
Das Buch enthält fünf Kapitel, die auf den ersten Blick etwas nebulös betitelt sind. Das weckt Neugier:
I Vom Winterschläfer bis zum Pferdeflüsterer
II Vom Superhirn bis zur Sonnenfinsternis
III Vom Zeitanhalten bis zum Besuch bei Gott
IV Vom Zurückschauen bis zum Hellsehen
V Vom Träumen bis zum Wünschen
VI Vom Verrätseln bis zum Enträtseln
Die kurzen, klaren verständlichen Textbeiträgen widmen sich immer einem bestimmten Thema, erklären naturwissenschaftliche, technische und gesellschaftswissenschaftliche Probleme fachübergreifend in logischen Zusammenhängen, indem sie Bezüge zwischen den verschiedenen Erscheinungen aufzeigen. Der Anhang enthält eine Expertenliste, die deutlich macht, dass die Autorinnen neueste Erkenntisse namhafter wissenschaftlicher Spezialisten zu Rate gezogen haben.
Ein Register oder Glossar zum Nachschlagen findet man nicht. Das ist kein Mangel, weil der Schwerpunkt des Buches weniger auf die Vermittlung von Kenntnissen, mehr auf die Art von Erkenntnisgewinn zielt. Auf “Kästchenwissen” wird verzichtet.
Aufgelockert werden die Ausführungen von ganzseitigen, farbigen Illustrationen mit humoristischem Anstrich. Die künstlerische Darstellungsweise zielt nicht nur inhaltlich auf den nachfolgenden Text. Sie bleibt im Stil des Buches. Man muss fast immer um die Ecke denken, um die Bilder zu entschlüsseln interpretieren zu können.

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Diese Rezension wurde verfasst von kra.
Veröffentlich am 01.01.2010