Unser wildes Zuhause: Tiere im hohen Norden

Autor*in
Goossens, Jesse
ISBN
978-3-8489-0202-6
Übersetzer*in
Schweikart, Eva
Ori. Sprache
Niederländisch
Illustrator*in
ten Berge, Marieke
Seitenanzahl
88
Verlag
Aladin
Gattung
BilderbuchBuch (gebunden)Sachliteratur
Ort
Hamburg
Jahr
2022
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüre
Preis
20,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Nirgendwo auf der Erde sind die die Folgen des Klimawandels deutlicher spürbar als in den Polargebieten. Doch nicht nur die Eisbären sind dort von den Klimaveränderungen bedroht. In der Region leben eine ganze Reihe von Tieren, wie zum Beispiel der Buckelwal, der Polarfuchs, die Schneeeule, der Papageientaucher oder das Walross, die auf jeweils einer Doppelseite vorgestellt werden.

Beurteilungstext

Bereits das Cover des hochformatigen Sachbilderbuchs fällt ins Auge. Man sieht einen Buckelwal, der sich aus den Wellen emporhebt. Das Ganze wirkt wie ein Holz- oder Linoldruck mit sanften Farbübergängen von Hell- zu Dunkelblau und weißen Aussparungen, die durch die Prägetechnik auf dem Cover das Bild auch haptisch erfahrbar werden lassen.
Das Buch beschäftigt sich mit der Tierwelt der nördlichen Polargebiete und geht jeweils auf einer Doppelseite auf 35 Tierarten genauer ein. Dabei ist eine Seite einer Illustration in der bereits beschriebenen Drucktechnik gestaltet. Die Bilder bringen die Tiere den Betrachter*innen recht nach und zeigen sie als Portrait oder aber in der Umgebung. Dabei dominiert jeweils eine Farbe, vornehmlich sind es aber Blau- und Grautöne, die das Buch bestimmen. Der Text auf der gegenüberliegenden Seite ist als Fließtext in der Ich-Form aus der Perspektive der Tiere verfasst. Durch dieses Zusammenspiel von Bild und Text hat man das Gefühl, als seien die Tiere für einen kurzen Plausch vorbeigekommen, um von sich zu erzählen und dann gleich weiter zu ziehen. Die jeweils erzählende Tierart spricht die Lesenden direkt an und geht auf verschiedene Besonderheiten der Tierarten ein. Zum Beispiel verrät das Rentier, dass seine Nase tatsächlich rot ist, wie bei Rudolf, dem bekannten Rentier des Weihnachtsmannes. Auf einer Wärmekamera erscheinen die Nasen der Rentiere rot, weil sie von kleinen Blutgefäßen durchzogen sind, um damit die Atemluft zu erwärmen. Oder man erfährt, dass die Menschen das Walross aufgrund der langen Zähne wissenschaftlich auch Odobenus rosmarus nennen, das bedeutet „Seepferd, das auf den Zähnen geht“. Die Informationen in den Texten sind nicht unbedingt eng zusammenhängend, sondern eher assoziativ, genauso wie die Auswahl und Anordnung der Tiere. Dennoch sind einige wissenswerte Dinge herausgegriffen, die typografisch auch durch eine etwas veränderte Schrifttype zusätzlich hervorgehoben werden.
Mitunter werden auch die Klimaveränderungen in der Region angesprochen, allerdings eher randständig, z.B. wenn der Eisbär erwähnt, dass die Erderwärmung für ihn die größte Bedrohung ist, weil es dann zu wenig Eisflächen gibt, auf denen er jagen kann.
Die Textseite beinhaltet zusätzlich einen kurzen Steckbrief zur Tierart mit Informationen zur Größe, dem Alter und auch dem Bestand der Tierart.
So gibt das Buch insbesondere durch die großformatigen Bilder einen Einblick in die Vielfalt der Tierwelt der Polargebiete und schafft es erzählerisch elegant wissenswerte Informationen in Form von kleinen Erzählungen mit rhetorischen Fragen und Denkanstößen an die Lesenden zu bringen. Das Buch ist also auf allen Ebenen ein Genuss, das man nicht von vorn bis hinten durchlesen muss, sondern ausgewählt lesen und betrachten kann. Es sollte in keiner Schulbibliothek fehlen.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Alexandra Ritter; Landesstelle: 23 Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 23.01.2023

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