Und alles neu macht der Mai

Autor*in
Kordon, Klaus
ISBN
978-3-407-75602-2
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
448
Verlag
Beltz
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Weinheim
Jahr
2021
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
22,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Das Jahr 1945 aus der Sicht der 16-jährigen Rena

Beurteilungstext

Rena muss in den letzten Kriegsmonaten mit ihrer Familie aus Polen nach Berlin und dann weiter nach Kewenow (Norddeutschland) flüchten. Der Vater ist als SA-Mann an der Front in Russland, die Mutter ist mit ihren 4 Kindern alleine unterwegs. Rena ist die älteste Tochter. Alle glauben noch an den Endsieg, doch merken nach und nach, dass der Krieg nun doch nicht mehr gewonnen werden kann und dass sie 6 Jahre dem falschen Führer hinterher gelaufen sind. In Kewenow kommen sie auf einem Bauernhof bei der einsamen Frau Griess unter, die allen viel Arbeit aufbürdet. Zum Glück lernt Rena Klaas, den Sohn des ermordeten Pfarrers kennen, in den sie sich verliebt und der ihr die Sommermonate versüßt. Als der Krieg im Mai zuende geht, kehrt der Vater tatsächlich nach Hause zurück und findet die Familie in Kewenow. Weiter geht es für alle nach Frankfurt, wo sie zunächst in einem alten Bunker wohnen müssen, bis sie schließlich in eine eigene Wohnung ziehen können.
Das Jahr 1945 scheint für Rena ein sehr besonderes Jahr zu sein, weil viel passiert und sich die Sichtweise auf ihr bisheriges Leben, ihre Familie und ihre Einstellung ändert. Häufige Ortswechsel und viele neue Menschen prägen das Jahr für sie zum Kriegsende. Hunger und Entbehrungen gehören weiterhin zum Alltag dazu, ebenso die Erkenntnis, dass es weiterhin mächtige Menschen gibt, die auch nach dem Krieg wieder hohe Positionen besetzen.
Das Buch ist von der ersten Seite an mitreißend und packend geschrieben und man jagt durch die Seiten und das Leben von Rena. Viel wird gut beschrieben und gibt dem Leser neue Denkanstöße. Besonders die Veränderung in Renas Einstellung zur Hitler-Diktatur wird deutlich und gut nachvollziehbar. Der Roman ist auf jeden Fall ein wichtiges Werk zur Vergangenheitsbewältigung, wobei ich es besonders faszinierend finde, dass Klaus Kordon sich anscheinend mühelos in die Rolle eines pubertierenden 16-jährigen Mädchens hineinfinden kann und aus ihrer Ich-Perspektive erzählt. Geschickt gewählt ist auch seine Erzähltechnik, da Rena das Buch als Tagebuch an ihre jüngste 3-jährige Schwester Jutsch adressiert und ihr alles erzählt, damit sie es später nachlesen kann.
Unentschlossen bin ich noch, ob ich den Titel so passend finde, aber das ist Ansichtssache.
Für heutige Heranwachsende ein wichtiger Roman der deutschen Geschichte!

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Diese Rezension wurde verfasst von 25; Landesstelle: 19 Nordrhein-Westfalen.
Veröffentlicht am 26.01.2022

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