Total verrückte Experimente

Autor*in
Conolly, Sean
ISBN
978-3-473-55233-7
Übersetzer*in
Hensel, Wolfgang
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
127
Verlag
Ravensburger
Gattung
Ort
Ravensburg
Jahr
2009
Lesealter
Einsatzmöglichkeiten
Preis
7,95 €
Bewertung
nicht empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

43 Experimente, von denen einige in Sekundenschnelle durchgeführt werden können, manche laufen aber auch über mehrere Tage. Physik und Chemie lassen sich so spielerisch lernen, die Texte sind leicht verständlich, jeder Versuch für schon 10-Jährige nachvollziehbar. Leider stimmen bei Dreien der Versuche die Angaben nicht. Nur deswegen empfehle ich dieses Handbuch nicht.

Beurteilungstext

Worauf man besonders achten muss und wie das alles zu erklären ist, wird vorbildlich erklärt. Aber an naturwissenschaftliche Lehr- & Experimentierbücher lege ich vielleicht zu hohe Maßstäbe an, denn ich bin der Meinung, dass gerade in den exakten Wissenschaften für Menschen, die das erste Mal mit ihnen operieren, auch absolute Maßstäbe angesetzt werden müssen. Deswegen mag ich dieses Buch, das im Übrigen vorbildlich in Auswahl, Versuchsanordnung und Erklärung ist, nicht empfehlen.
Nur 3 von 43 Experimenten stimmen in jeweils nur einem Detail nicht? Gerade im Detail steckt der Teufel, und ich kann mir diese Fehler nur so erklären, dass irgendwo zwischen Schreiben und Drucklegung der Druckfehlerteufel eine Lücke entdeckte und zugeschlagen hat. Zu banal sind die Fehler.
Wenn ein Experiment misslingt, kann das viele Ursachen haben. Es gelang mir beim besten Willen nicht, den Trinkhalm für den Versuch DER STANDHAFTE TRINKHALM (S. 54) durch die Kartoffel zu pressen. Ob das an der falschen (Öko)Kartoffel oder am falschen Halm lag? Wer weiß. Derlei wäre kein Kriterium, die Lektüre zu verurteilen. Wohl aber das SANDWICH IM GLAS (S. 58): Öl schwimmt einfach auf dem Wasser, nicht umgekehrt, wie es hier steht. In der FILMDOSENRAKETE (S. 68) ist einfach die Versuchsanordnung durcheinander geraten. Ein Chemiker hätte sofort gemerkt, dass Natron nicht tropfen kann, Zitronensaft aber wohl.
Und für EISIGE KÄLTE UND EIN FETTIGER HANDSCHUH (S. 98) ist ein Nebenschauplatz daneben geraten, mit dem Versuch hat das gar nichts zu tun und ist deswegen doppelt unsinnig: Wale haben bekanntlich kein Fell, Robben aber durchaus (subjektiv: jeder Besuch im Zoo. objektiv: Grzimeks Tierleben Bd. 12, Zürich 1972, S. 372: “Alle Robben haben ein kurzes und meist eng anliegendes Haarkleid,...”).
Und für eventuelle Neuauflagen empfehle ich bei Versuchsanordnungen die konservative Befehlsform: “gib” statt gebe oder “nimm” statt nehme etc.

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Diese Rezension wurde verfasst von cjh.
Veröffentlich am 01.01.2010