The Curse of the Cell Phone

Autor*in
Minninger, André
ISBN
978-3-440-10064-6
Übersetzer*in
Bethke Petrie, June
Ori. Sprache
Deutsch
Illustrator*in
Seitenanzahl
144
Verlag
Kosmos - FranckhKlee
Gattung
Krimi
Ort
Stuttgart
Jahr
2005
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
7,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Am späten Abend, mitten im Wald, finden Bob und Peter einen verlassenen Rucksack. Plötzlich dringen furchtbare Schreie an ihr Ohr - das Handy darin hat geklingelt! Sein Besitzer ist spurlos verschwunden. Und am nächsten Tag erscheint eine SMS auf dem Display: 666. Die Zahl des Teufels. Trotzdem nehmen Justus, Peter und Bob die Suche nach dem verschwundenen Jungen auf. Doch bald darauf verschwinden weitere Kinder ...

Beurteilungstext

Die folgende Beurteilung bezieht sich auf alle bisher erschienenen vier Bände der angloamerikanischen Reihe; die Romane sind von ihren deutschen Vorlagen her bekannt, und ihre Übertragungen ins Englische sollten innerhalb der gesamten Reihe gewürdigt werden:
2005 begann der Kosmos Verlag sein Zielpublikum zu erweitern; seitdem sind bisher jedes Jahr zwei Bände in englischer Sprache ("American English") erschienen, bisher vier Bände (Titel und Verfasser siehe vorn) .
Diese vier Bände sind ausgesprochen gut gelungen, nur eines nervt: Warum bitte sind die drei Jungen auch im fremdsprachigen Text "die drei ???" geblieben? Stetige Sätze wie "and then die drei ??? went along" sind einfach blöd zu lesen, und das Team der "investigators" war ja auch eingeführt - oder handelt es sich etwa um ein geschütztes Markenzeichen, das nicht verwendet werden darf? Auch dann wäre wenigstens ein "the three" den deutschen Wörtern vorzuziehen, die den Leser penetrant daran erinnern, dass es sich ja eigentlich um eine Übersetzung "zum Zwecke der Spracherlernung" handelt. Und das ist schade, denn die Übersetzungen von Andreas Zantop (2 x), C. Vivien Arnold und June Bethke Petrie sind meisterhaft und verdienen großes Lob. Allen Dreien ist es gelungen, den Stil der guten alten drei ??? Romane durchzuhalten, diese Mischung von Witz, Humor, Ernsthaftigkeit in Umgangssprache, ohne abzugleiten. Wer diese vier Romane gelesen hat, hat sicher mehr für sein Englisch getan als er in monatelangem Sprachunterricht in der Schule lernen würde.
Pro Seite druckt der Text vereinzelt Wörter in Fettsatz, die dann unten auf der Seite ins Deutsche übersetzt sind; vorwiegend handelt es sich um jugendliche Redewendungen der Alltagssprache, die zu kennen nützlich sind. Man könnte das Buch nur nach seinen Anmerkungen durchgehen und die in einem Vokabelheft zusammenfassen - es käme ein gutes Ergebnis heraus. Markiert sind in der Tat Wörter, die man in der Regel nicht kennt, wobei der Verlag von etwa vier Lernjahren Englisch ausgeht. Das ist realistisch.
Auch vom Inhalt her ist die Auswahl der vier Bände geglückt. Mit POISONED E-MAIL und THE CURSE OF THE CELL PHONE werden zwei typische Phänomene aufgegriffen, die heute zum Jugendlichen gehören: Handy und Computer. Auch wenn sich die Handlung mit den technischen Möglichkeiten ein wenig versteigt, so bieten beide doch den Ausgangspunkt für starke Spannung, die umso angenehmer ist, als sie sich trotz aller Konkretheit angenehm gruselig mit Irrationalem verbindet. Noch unerklärlicher wird es allerdings mit dem Geisterschiff in THE HAUNTED SHIP; hier schöpft André Marx wieder einmal aus seinem ganzen Repertoire des Unheimlichen.
Am schwächsten ist erzählerisch der Band SOCCER MANIA, und das liegt nicht darin, dass ich keine unbedingte Anhängerin von Fußball bin. Von Anfang an ist die Handlung relativ durchschaubar, der Leser ist Peter (der hier als der Sportler eine große Rolle spielt) weit überlegen, die Handlung ist vorausahnbar und die Erklärungen am Ende lassen den Leser fragen, ob es diesen Aufwand wirklich wert war. Noch einmal deutlicher: Der Band bietet sicherlich auch Spannung, vor allem für den Fußballbegeisterten, aber die Erzählmotive wirken aneinandergestoppelt und nicht sonderlich aufeinander abgestimmt und vor allem von der späteren Begründung her nicht überzeugend. Wer unkritischer liest, findet auch hier genügend Abenteuer, doch sollte der Verlag daran denken, dass allein durch die Anforderungen der Fremdsprache (mindestens viertes Lernjahr) das Durchschnittsalter des Lesers auch sicherlich 2-3 Jahre über dem des "deutschen" Lesers liegen wird und somit die Ansprüche (hoffentlich) steigen.
Fazit: Die Reihe sollte unbedingt fortgesetzt werden, denn sie bietet nicht nur Anreiz zum Lesen und großes Lesevergnügen, sondern ist nebenbei ungemein hilfreich beim Lernen und Wiederholen des fremdsprachlichen Wortschatzes und der Sprachstruktur. So ein Buch kann man gut dem eigenen Sprössling hinlegen ohne in den Verdacht zu geraten, etwas eine Art von geheimer Nachhilfe betreiben zu wollen.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von avn.
Veröffentlich am 01.01.2010

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