Tagebuch 14/18 - Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich

Autor*in
Hogh, Alexander
ISBN
978-3-9816323-1-6
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Mailliet, Jörg
Seitenanzahl
117
Verlag
Tintentrinker
Gattung
Buch (gebunden)Comic
Ort
Köln
Jahr
2014
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
20,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Alexander Hogh (Text) und Jörg Mailliet (Illustration) verarbeiten in dem 2014 erschienenen Comic "Tagebuch 14/18" die Kriegstagebücher und Memoiren vier junger Menschen aus Deutschland und Frankreich und erzählen die "große Geschichte" des Ersten Weltkriegs eindrucksvoll und detailgetreu anhand kleiner Einzelschicksale.

Beurteilungstext

„Tagebuch 14/18. Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich“ erschien 2014, dem Jahr als sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährte, zeitgleich in Frankreich und Deutschland. Als Zeichen für die gemeinsame Erinnerung an die Grande Guerre und für eine doppelte Perspektive auf die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ betrachtet dieses bemerkenswerte deutsch-französische Projekt die große Geschichte durch die Augen vier junger Menschen: Die beiden Deutschen Walter und Nessi und die Franzosen René und Lucien, die sich in den Jahren 1914 bis 1918 wie der Großteil der Zivilbevölkerung zunächst für das „Abenteuer“ Krieg begeistern, dann aber recht bald durch die harte Wirklichkeit an der Front und auch zu Hause eine herbe Ernüchterung erfahren und schließlich Kriegsmüdigkeit, Verzweiflung und Todesangst durchleben.
Das Projekt beruht auf den zum Teil bereits publizierten Originaltagebüchern bzw. Memoiren der vier jugendlichen Protagonisten, die von dem Historiker Alexander Hogh und dem deutsch-französischen Illustrator Jörg Mailliet mit großem Feingefühl als Comic adaptiert wurden. Die Detailtreue der historischen Quellen und ihre künstlerische Verarbeitung ist dabei bisweilen sogar erschreckend genau, etwa wenn der 10jährige René im Mai 1918 festhält: „Ich merkte zum ersten Mal, dass der Krieg kein Spiel war.“ Solche Originalzitate aus den authentischen Tagebüchern, die die damalige Perspektive ungefiltert und damit ungeschönt wiedergeben, durchziehen die einzelnen Kapitel und machen das Projekt zu einem einzigartigen Zeugnis der jüngeren Geschichte.
Emotional aufgeladene Panels wie Szenen an der Front oder der Choleratod der Mutter des jungen René bilden im Text häufig eine Leerstelle, werden aber durch die mitunter schon fast surrealistischen Zeichnungen in grellen Rot- und Blautönen, die den ansonsten vorwiegend klassischen Comicstil Mailliets unterbrechen, mit einer sinnlich-vorbewussten Bedeutungsebene aufgefüllt.
Eine absolute lohnenswerte Lektüre und ein wichtiges Zeitzeugnis!

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Diese Rezension wurde verfasst von sag; Landesstelle: 23 Sachsen-Anhalt.
Veröffentlich am 27.09.2017

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