Swing High

Autor*in
Franz, Cornelia
ISBN
978-3-8369-6105-9
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
220
Verlag
Gerstenberg
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Hildesheim
Jahr
2022
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiKlassenlektüre
Preis
16,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Der Nationalsozialismus etabliert sich in Deutschland, aber viele Jugendliche Hamburgs wollen unpolitisch bleiben. Sie wollen Spaß beim Tanzen zu Swingmusik und können sich doch den politischen Veränderungen nicht entziehen.

Beurteilungstext

Eindrucksvoll wird über die Zeit von Jugendlichen in Hamburg in der Zeit von 1939 bis 1941 eine lebensnahe und bewegende Geschichte entwickelt. In einer Dunkelzelle der Gestapo trifft die Hauptperson Henri, ein 16 Jahre alter Sohn aus bürgerlichem Hause, auf den ebenfalls gefangenen Robert, der aus der Arbeiterschicht stammt. Die beiden Jungen können sich nicht sehen, aber sie sind froh, nicht allein in der Zelle zu sein. Sie erfahren voneinander, dass Henri mit Politik nichts zu tun haben möchte, dass er Spaß möchte beim Tanzen zu Swingmusik und dass Robert aus dem Untergrund heraus Widerstand gegen die Nazis leistet mit Flugblättern und dabei die Lehren von Marx und Engels vertritt. Sie könnten gegensätzlicher nicht sein, aber beide sind jung, beide sind gegen die Nazis und gegen den Krieg und natürlich gemeinsam in einer Zelle. Das alles verbindet sie. So erzählt Henri seine Geschichte.
Stilistisch ist das sehr gut gelöst. In einer Art Rahmenerzählung wird immer wieder das Gespräch der Jungen in der Zelle aus dem Jahr 1941 eingefügt. Da Robert und Henri im Dunkeln sitzen, ist dieser Teil der Geschichte auf schwarzem Untergrund mit weißer Schrift gesetzt. Immer, wenn das Gespräch auf bestimmte Ereignisse in Henris Geschichte kommt, gibt es eine Rückblende. Diese beginnt 1939 und wird chronologisch bis ins Jahr 1941 fortgeführt.
Die Jugendlichen diskutieren über ihre Meinung zum Krieg, zum Nationalsozialismus, zu Musik, zur Liebe. Für den Leser wird dabei sehr gut deutlich, dass es kein Schwarz-Weiß gibt, dass die Gründe der Menschen, sich zu einer Handlung gegen den Krieg oder zu Stillschweigen, zu Mitlaufen oder zu Abducken sehr vielfältig sind. Gerade hieraus ergeben sich Ansätze zu Diskussionen für die Jugendlichen und Erwachsenen der heutigen Zeit.
Die eigentliche Erzählung machte einen Sprung von 1941 zu 1953. Hier erfährt der Leser, was aus den handelnden Personen geworden ist. Henri und Robert haben beide überlebt, Henri den Krieg als Soldat, Robert das KZ. Viele ihrer Freunde sind gestorben, aber die Musik lebt weiter.
In einem Nachwort kommt die Autorin außerdem selbst zu Wort. Sie erklärt, warum sie auf die Idee kam, dieses Buch zu schreiben. Diese Gedanken sind für den Leser sehr interessant und unterstützen den tiefen Eindruck, den das Buch hinterlässt.
Da das Buch gut verständlich geschrieben ist, viel wörtliche Rede enthält, sich sehr authentisch die Gedanken und Gefühle der Jugendlichen darstellt, ist es als Klassenlektüre unbedingt zu empfehlen. Es erhebt keinen Zeigefinger, kommt nicht moralisierend daher und ist aus diesem Grund sehr gut geeignet, die Zwiespältigkeit einer Epoche darzustellen.

Anmerkung

Klassenlektüre / Geschichtsunterricht

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von IBR; Landesstelle: 25 Thüringen.
Veröffentlicht am 26.06.2022

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