Spurlos

Autor*in
Elston, Ashley
ISBN
978-3-944572-06-2
Übersetzer*in
Martins, Elsa
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
366
Verlag
Mixtvision
Gattung
Krimi
Ort
München
Jahr
2013
Lesealter
14-15 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
16,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Anna ist mit ihrer Familie auf der Flucht. Lange weiß sie nicht warum. Sie und ihre kleine Schwester müssen immer wieder einen neuen Namen annehmen, sich in neuer Umgebung zurechtfinden. Die Mutter ertrinkt im Alkohol, der Vater schweigt. Dann erinnert sich Anna zunehmend an die Katastrofe und beginnt, aktiv zu werden. Sie will ihren neuen Freund nicht verlieren und flieht mit ihm, um den Rätseln auf die Spur zu kommen. Sie erreichen ihr Ziel, aber nicht das Ende der Geschichte.

Beurteilungstext

Schon das Cover ist Programm: Auf dem Schutzumschlag sieht man junge Beine davonrennen, nimmt man ihn weg, sieht man das gleiche Bild auf dem Buchtitel, nur die fliehende Person ist spurlos entschwunden.
SPURLOS muss Anna mit ihrer Familie in den USA verschwinden, die beiden Töchter und die Eltern sind in ein Zeugenschutzprogramm der höchsten Stufe geraten. Von Beginn an ist dieser außergewöhnliche Krimi spannend. Der Leser erfährt nicht mehr, als die Ich-Erzählerin weiß. Das ist nicht viel, schon alleine, weil Anna verängstigt versucht, in ihrem Leben zurecht zu kommen. Nur die Sorge um ihre kleine Schwester, die sich vor lauter Angst völlig in sich selbst verkriecht, lässt sie ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Sie sucht sich einen Job, und in der Schule fällt sie Ethan auf, der von ihrem Aussehen und ihrer verschlossenen Art fasziniert ist. Als sie merkt, dass sie Ethan zu mögen beginnt, gerät sie in Panik. Sie will nicht auch noch Dritten weh tun, wenn sie wieder einmal in dem Zeugenschutzprogramm erneut Identität und Wohnort wechseln muss. Dieser Zwiespalt wird immer größer, doch Ethan versucht ihr auf alle möglichen Arten seine Liebe zu beweisen. Das geht, bis Anna völlig mit ihm bricht. Doch es kommt zu einem Neubeginn der jungen Liebe, als einer der Agenten Anna erklärt, dass nicht irgendwer in der Familie der Grund für die Flucht lieferte, sondern sie selbst. Panik und Zusammenbruch schildert die Autorin so direkt, dass jede noch so idiotische Reaktion des jungen Mädchens plausibel erscheint, ebenso wie der verzweifelte Versuch, aus diesem Tief heraus zu kommen. Ihr Freund Ethan lässt auch hier nicht locker und die beiden machen sich auf die weite Reise zum Tatort. Viele Hindernisse werden überwunden, alle überstehen das Geschehen und dennoch - etwas bleibt ungelöst und hinterlässt eine Anna, die lebensnotwendigerweise überwachsam bleiben muss.
Elston ist für vielerlei überraschende Wendungen gut, kein Augenblick des Dahinplätscherns bleibt übrig, selbst das HappyEnd ist noch davon geprägt. Ihre Ich-Erzählerin kommt auf hochaktuelle Finessen, sie kennt den Übeltäter nicht und muss ihn allerorten vermuten, muss gewärtig sein, dass er sie ermorden will - und sucht an den falschen Orten. Helfer und Täter wechseln die Bedeutung, Wahrheit und Camouflage werden ungewiss. Sie beschreibt die Eltern so wie 17-Jährige sie sehen: längst nicht alles ist ihnen klar. Ihre Sorge um die alkoholkranke Mutter ist echt, ebenso die Sorge, dass Dritte so wenig wie möglich davon mitbekommen, oder die Sorge, dass die kleine Schwester zusätzlich zu ihrer Grundangst auch hiervon noch zu sehr belastet wird. Sie baut ein autarkes Leben in der neuen Schule mit den neuen Freunden auf und weiß, dass das nicht von Dauer ist, obwohl sie genau das gerne möchte. Das Mädchen droht in dem Konflikt, sich an die Menschen, die sie mag, zu binden und gleichzeitig genau das zu vermeiden, um eine erneute Trennung nicht unnötig schwer werden zu lassen. Ein Clinch, der nicht gut ausgehen kann - wenn es nicht die Gegenseite gäbe, den Freund Ethan, der gerade wegen der Bindung bedingungslos zu ihr hält: eine packende Liebesgeschichte. Den 28 Kapiteln steht jeweils ein Motto voran, das reiner Sarkasmus ist: Anna gibt sich Regeln, wie sie sich in ihrem Leben innerhalb des Zeugenschutzprogrammes zu verhalten hätte: Genau diese Regel wird sie im folgenden Kapitel brechen.
In Deutschland soll es an die 1000 Personen geben, die in einem Zeugenschutzprogramm leben. Hier kann man lesen, wie es ihnen ergehen mag.
Auf der Auswahlliste des LesePeters.cjh14.04

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Diese Rezension wurde verfasst von cjh.
Veröffentlich am 01.01.2010

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