Spring doch!, sagt die Hexe. Mutprobengeschichten

Autor*in
Grolik, Markus
ISBN
978-3-423-76240-3
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Hattenhauer, Ina
Seitenanzahl
110
Verlag
dtv
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
München
Jahr
2019
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
15,95 €
Bewertung
empfehlenswert

Teaser

Mutig sein – wer möchte das nicht? Doch um wirklich mutig zu sein, muss man seine Angst überwinden. Zehn ganz unterschiedliche Geschichten von Mut und Angst sind in diesem Buch versammelt. Es erzählt von Tieren und Menschen, Drachen und Hexen, über Nachdenkliches und über Lustiges.

Beurteilungstext

Angst – das Gefühl kennt jeder. Manche begleitet es auf Schritt und Tritt, andere haben nur selten Angst oder sind geübt darin, ihre Ängste nicht zu zeigen. In den Mutprobengeschichten aus „Spring doch, sagte die Hexe“ ist die Überwindung von unterschiedlichen Ängsten das Thema.
Zehn Geschichten von unterschiedlichen Autor*innen beleuchten verschiedene Aspekte dieses Themas auf unterschiedliche Art. Man findet sowohl eine reine Bildgeschichte als auch längere Geschichten mit einigen Bildern. Eine Besonderheit des Buches ist, dass alle Autor*innen auch Illustrator*innen sind und ihre Geschichten geschrieben und illustriert haben. So hat jede Geschichte auch ihre ganz eigene Gestaltung. Bei so verscheidenen Geschichten bleibt es nicht aus, dass einige mehr, andere weniger gelungen sind – das mag jede*r Leser*in auch unterschiedlich sehen.
Den Auftakt macht eine Rittergeschichte von Markus Grolik. Hier treffen Gizmo, der sich selbst als Sumpfdrache bezeichnet und von seinen Verwandten als harmloser Fruchtlurch beschimpft wird und Adrian von Blechberg, ein Künstler, der ein mutiger Ritter sein soll, aufeinander und finden eine gute Lösung für ihre Probleme.
„Der Held und die Hexe“ von Petra Eimer ist eine sympathische Halloween-Geschichte, in der eine Hexe Kindern ganz besondere Lebkuchen anbietet.
„Mutprobe“ von Karoline Kehr ist eine Bildergeschichte. Ein kleines Wesen, das man vielleicht als Rüsselmaus bezeichnen könnte, entkommt Geistern, Fledermäusen, einem Bären und Haien, um sich dann seiner eigentlichen Angst zu stellen. Die Geschichte ist witzig gezeichnet, und Kinder werden das kleine Wesen mit den großen Augen gern haben.
Angsthase, Zitteraal, Bibberbiber und Bammelhammel treffen sich in einer tierischen Selbsthilfegruppe, um an ihren Ängsten zu arbeiten, doch auch Fuchs und Wolf treffen sich. Diese witzige Geschichte erzählt Ina Hattenhauer.
Ein wenig konstruiert wirkt Olivia Viewegs Geschichte von Aaron, der umzieht und sich in seiner neuen Schule behaupten muss.
Martina Badstuber zeigt auf großen Bildern fragwürdige Mutproben, um dann zu zeigen, dass es das schlimmste ist, Mama einen Kuss zu geben. Das soll wohl witzig sein, offenbart aber eher eine sehr platte Art von Humor.
Um kleine Fledermäuse geht es in der Geschichte „Der verbotene Wald“ von Meike Hamann. Eigentlich eine nette Geschichte, wenn sie nicht auf einer unpassenden Voraussetzung beruhen würde: Eine kleine Fledermaus kann im Unterschied zu den anderen nur bei Tageslicht gut sehen. Dass Fledermäuse sich über Schall orientieren, wissen aber auch schon relativ junge Kinder.
Madame Courage sieht, wo andere Menschen Probleme haben und es gelingt ihr gut, diese in ihrer Mutproben-Boutique zu mutigem Handeln zu bewegen. Doch um selber den Mut zu fassen, den Gemüsehändler Grünkern anzusprechen, den sie doch so gerne mag, braucht sie die Unterstützung ihres Affen Perci. Dass auch selbstbewusste, kluge Menschen Ängste haben und Unterstützung brauchen, um diese zu überwinden, zeigt diese Geschichte von Alexandra Helm.
Wie leicht man sich zu Bösem anstiften lassen kann und wie schwer es dann fällt, das wieder gut zu machen, beschreibt Iris Wolfermann in ihrer Geschichte „Der Füller und die Taube“. Diese Geschichte spielt in einer normalen Schule und kann sicher manchmal gut eingesetzt werden.
Ein Fuchs und ein Hase sind auf der Suche nach den weißen Kirschen. Anatol, der kleine Hase hat verständlicherweise Angst, als er auf seiner Suche immer wieder einem Fuchs begegnet. Doch auch der vegetarische Fuchs Bogart hat Angst, Angst davor, sich zähmen zu lassen. Das wirkt weit hergeholt, aber trotzdem beschreibt die Geschichte sehr schön das Entstehen einer ungewöhnlichen Freundschaft, wenn die Angst dem nicht mehr im Wege steht.
Das Grundthema der Geschichten, Angst und Mut, ist für alle Kinder immer wieder wichtig. So können viele Leser*innen in diesem Buch Geschichten finden, die zu ihnen passen, können sich gut mit Personen des Buches identifizieren und vielleicht beim Lesen selber Mut fassen. Die Geschichten können beim Lesen und Anschauen Spaß machen, sie lassen sich in kurzer Zeit vorlesen, sie können Gesprächsanlass sein. Es ist daher ein lohnendes Buch für kleine Ansthasen, Zitteraale und Bibberbiber, aber auch für Madame Courage & Co.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von HDB; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 27.12.2019

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