Sommer der blauen Wünsche

Autor*in
Babendererde, Antje
ISBN
978-3-401-60540-1
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
330
Verlag
Arena
Gattung
AudioErzählung/Roman
Ort
Würzburg
Jahr
2021
Lesealter
14-15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
15,79 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Carlin lebt in Berlin mit ihrer psychisch kranken Mutter zusammen. Der aus Schottland stammende Vater hat die Familie verlassen, zur Großmutter bestand jahrelang kein Kontakt.
Carlin verzweifelt an der Verantwortung für ihre Mutter und veranlasst mit sehr schlechtem Gewissen deren Einweisung in die Psychiatrie. Um als Minderjährige nicht auch in einer Einrichtung zu landen, macht sie sich auf den Weg nach Schottland zu ihrer Großmutter.

Beurteilungstext

Carlin erzählt uns ihre Geschichte selbst. Ihre Ankunft bei der Oma, die unkomplizierte Aufnahme, dieses sich schnell einstellende Gefühl: Hier gehöre ich her. Sie hat diffuse Erinnerungen an ihre ersten Lebensjahre, die sie hier verbracht hat.
Stück für Stück knüpft sie Kontakte mit den Bewohnern, lernt ihr gegenwärtiges und vor allem das geschichtliche Leben der schottischen Clans kennen und bezieht ohne zu Zögern Stellung im Kampf der Schafzüchter gegen den geplanten Verkauf ihres Pachtlandes.
Sie lernt Arran Mackay kennen, den Sohn des Landbesitzers, dem das Handeln seines Vaters anfänglich ziemlich egal ist, dem sie aber die Auswirkungen des Landverkaufes – Entzug der Lebensgrundlage der Schafzüchter - allmählich klar macht.
Natürlich verlieben sich die zwei ineinander und wir erleben alle Hochs und Tiefs mit, die sich aus Arrans Behinderung, aus seiner sozialen Stellung im Dorf und aus ihren früheren, sehr schmerzlichen ersten Erfahrungen mit einem Jungen ergeben.

Die Geschichte ist gesellschaftskritisch, politisch, unglaublich vielschichtig, spannend und informativ. Es werden viele Probleme berührt und mit viel Empathie auf die einzelnen Charaktere eingegangen. Alles wirkt glaubhaft und nachvollziehbar. Man erfährt viel über die schottische Geschichte, über den Hass der Clans untereinander, der auch heute noch nicht überwunden ist und fast zum Problem bei der Verhinderung des Landverkaufes wird.
Auch der Aberglaube sitzt noch tief, eine Bewohnerin wird noch immer gemieden, weil sie im Ruf steht, vielleicht doch eine Hexe zu sein.
Die Autorin versteht es, die Spannung immer wieder auf einen neuen Höhepunkt zu treiben und der Handlung verblüffende Wendungen zu geben. Die Sprache ist lebendig, gefühlvoll, aber niemals rührselig.
Wer schon den Vorgänger-Roman „Schneetänzer“ von ihr kennt und schätzt, dem wird auch dieses Buch gefallen.
Die Sprecherin Katinka Kultscher liest diesen langen Roman unglaublich gut, ist gut zu verstehen und nimmt jeden Spannungsbogen sprachlich mit.

Das Booklet beschränkt sich leider nur auf die Angabe er Untertitel.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Pli; Landesstelle: 12 Berlin.
Veröffentlich am 07.09.2021

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