Solaris

Autor*in
Lem, Stanislav
ISBN
978-3-89903-913-9
Übersetzer*in
Zimmermann-Göllheim, Irmtraud
Ori. Sprache
Polnisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
2
Verlag
Hoerbuch Hamburg
Gattung
Ort
Hamburg
Jahr
2014
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
19,99 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Der Psychologe Kris Kelvin wird zum Planeten Solaris geschickt, um die mysteriösen Vorgänge in der Forschungsstation zu klären und die Arbeiten dort zu unterstützen. Solaris ist ein Planet, der von einem organischen Ozean umgeben ist, der Leben hervorbringen, aber auch zerstören kann. Eine Kontaktaufnahme ist bisher immer gescheitert. Plötzlich erscheinen in der Raumstation Gäste in Menschengestalt, die nicht real sein können. Kevin begegnet so seiner toten, früheren Geliebten Harey.

Beurteilungstext

Stanislaw Lems Roman entstand bereits in den 1960ziger Jahren und hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Im Mittelpunkt steht der Psychologe Kelvin, der den Auftrag hat, die Forschungsstation im Orbit des Planeten Solaris zu unterstützen. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass eine organische Masse, ein intelligenter Ozean, diesen Planeten umgibt. Jede Kontaktaufnahme ist nach einiger Zeit gescheitert, so dass die dortigen Forscher auf unübliche Experimente zurückgreifen wollen, um eine Reaktion des Ozeans auszulösen. Tatsächlich reagiert die organische Masse auf ihre Weise. Aus den Energieströmen des Unterbewusstseins der Forscher lässt sie menschliche Abbilder entstehen, die sich die Forscher nicht erklären können, da sie sehr real wirken. So wird Kelvin mit seiner bereits verstorbenen Geliebten Harvey konfrontiert, die sich das Leben nahm als er sie verlassen wollte. Kelvin verliebt sich in dieses Kunstgebilde, weiß aber, dass es keine Zukunft für sie beide gibt.
Dem Autor gelingt es sehr detailliert die Umgebung und die Protagonisten zu beschreiben, so dass die bedrückende Stimmung in der Station von Leser nachempfunden werden kann. Kelvin erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Seine zahlreichen Monologe und Dialoge mit den anderen Forschern tragen zum besseren Verständnis der Handlung bei. In dieses kammerspielartige Setting dringen die Gäste ein, die den Roman um das Element des Schauerromans bereichern. Das Wesen der Gäste ist genauso unklar, wie die Beschaffenheit des Planeten, jedoch geht man von einem Zusammenhang zwischen Solaris und den Besuchern aus.
Insgesamt ist es fesselnder und tiefgründiger Roman, der viele Fragen offen lässt und zum Nachdenken über Wissenschaft und Menschheit anregt. Detlef Bierstedt liest routiniert und es gelingt ihm gut, die unheimliche Atmosphäre auf der Raumstation dem Hörer zu vermitteln. Insgesamt ein empfehlenswerter Klassiker der Science-Fiction-Literatur im Hörbuchformat.

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Diese Rezension wurde verfasst von hg; Landesstelle: 23 Sachsen-Anhalt.
Veröffentlich am 04.12.2014