sklaven und herren

Autor*in
Wolf, Klaus-Peter
ISBN
978-3-7607-2445-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
176
Verlag
arsEdition
Gattung
Krimi
Ort
München
Jahr
2007
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
7,95 €
Bewertung
empfehlenswert

Teaser

Im Schwimmbad beobachtet Tim, wie ein jüngerer Schüler vor Angst zitternd vom Zehnmeterbrett springt - und nicht nur das. Er setzt sich auch die Badehose auf den Kopf. Tim wittert, dass da etwas nicht stimmt und beginnt nachzuforschen. Bald entdeckt er etwas Ungeheuerliches: An der Schule gibt es einen regelrechten “Sklavenhandel”. Und Tim lässt sich auf das Spiel ein...

Beurteilungstext

Grundlegendes Thema der Reihe ist Gewalt, psychische und physische Gewalt in der Schule, in der Freizeit, in der Familie, böswillige und bösartige Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als andere fertig zu machen, zu verleumden, zu demütigen, zu bedrohen, zu quälen. Das führt bei den Betroffenen zu psychischen und physischen Schädigungen, zu Ängsten und Depressionen bis hin zum Suizidversuch in Band 1.
An konkreten Einzelbeispielen zeigt Klaus-Peter Wolf in Band 2, wie es in der Schule zugeht; dabei spielt die Frage, wie Gewalt und Gewaltbereitschaft entstanden ist, leider keine Rolle. Im Mittelpunkt steht hier Yogi, ein älterer Schüler, der in der Schule einen Sklavendienst organisiert hat: Er verkauft jüngere Schüler an andere, zwingt sie durch Erpressung zu Straftaten, bei deren Ausübung er sie filmt, und treibt sie so in ein immer stärkeres, hoffnungsloseres Abhängigkeitsverhängnis, in einen tödlichen Kreislauf. Erniedrigende Taten der anderen, ein sich zur Schau stellen müssen, sich öffentliche Blöße geben bis hin zu brutaler physischer Gewalt und Quälerei - das alles schafft Yogi den nötigen Kick, den er braucht, um gut drauf zu sein. Erschreckende Szenen spielen sich vor dem Leser ab, die dem Jugendlichen jede Würde nehmen.
Wer aber ist die Zielgruppe dieser Romane? Sind es die, die aus einem halbwegs normalen Elternhaus kommen und nur spannende Lektüre suchen, den "Fünf-Freunde-Geschichten" endlich entwachsen? Oder sind es vielmehr die, die in solchen Situationen mittendrin stecken? Und können die Bücher dann wirklich helfen, diesen Problemen erfolgreich zu begegnen? Wohl kaum; dafür sind die Lösungen zu elitär. Nicht jeder hat einen pensionierten Kriminalbeamten als Opa, der sich letztlich um die Sache kümmert.
Eines sollte jedenfalls ganz klar werden: Bedrohungen gehen nicht nur von den Fundamentalisten aus; die Gewalt in den eigenen Reihen kann jederzeit und überall explodieren.
Die einzige Botschaft, die gut "rüberkommt", ist, dass die Gefährten - denn richtige Freunde sind sie nicht - sich nach den Geschehnissen aus Band 1 geschworen haben, nie mehr wegzusehen, sondern sich einzumischen - ein wichtiger Denkanstoß, dass Außenstehende für bestimmte Prozesse sensibilisiert werden, sie klarer wahrnehmen, klarer reagieren. Fassungslosigkeit, Entsetzen und Trauer, wie sie oft nach den "großen Taten" (Stichwort Erfurt) auftreten, reichen nicht aus und verpuffen nach einiger Zeit.

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Diese Rezension wurde verfasst von avn.
Veröffentlich am 01.01.2010

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