Sindbad, der Seefahrer
- Autor*in
- Loeffelbein, Christian
- ISBN
- 978-3-401-70802-7
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- Zöller, Markus
- Seitenanzahl
- 70
- Verlag
- Arena
- Gattung
- Märchen/Fabel/Sage
- Ort
- Würzburg
- Jahr
- 2016
- Preis
- 7,99 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Sindbad erlebt auf seinen sieben Reisen über das Meer unglaubliche Abenteuer: Er besucht prächtige Königshöfe, entdeckt kostbare Schätze und lernt bezaubernde Königstöchter kennen. Viele Gefahren muss er überstehen, bei denen er mit viel Glück lebend davon kommt und doch begibt er sich immer wieder erneut auf Reisen. Dieser Klassiker wurde altersgerecht von Christian Loeffelbein nacherzählt und macht noch mehr Lust auf das Lesen
Beurteilungstext
Es heißt, dass die schöne Scheherazade ihrem Mann die Märchen aus Tausendundeiner Nacht erzählt haben soll. Dieser König war grausam, denn er ließ alle seine Frauen nach der Hochzeitsnacht enthaupten. Doch die Geschichten, die ihm Scheherazade erzählte, waren so spannend, dass der König nicht genug davon bekommen konnte und so schenkte er ihr nach tausendundeiner Nacht das Leben. In diesem Buch wird das Märchen von Sindbad, dem Seefahrer, erzählt. Es ist über tausend Jahre alt. Die Menschen haben es sich von Generation zu Generation weitererzählt. So kam es von Indien und Persien nach Europa. Für diese Ausgabe hat der Autor, Christian Loeffelbein, das Märchen noch einmal aufgeschrieben. Der Klassiker wurde von ihm altersgerecht nacherzählt; richtet sich an fortgeschrittene Erstleser in vertrauter Fibel Schrift. Mir erscheint diese Altersempfehlung etwas verfrüht, denn der Text Inhalt ist doch kompakt und soll auch verstanden werden. Natürlich wissen wir, dass jedes Kind anders ist. Eines kennt bereits alle Buchstaben in der Vorschule und kann sie auch zu Wörtern formen. Ein anderes lernt das Abc beim Eintritt in die Schule. Für das spätere Leseverhalten ist das völlig unerheblich. Wichtig aber ist der Spaß am Lesen – und zwar von Anfang an. Darum muss sich die konzeptionelle Entwicklung von Lesetexten an den unterschiedlichen Lernentwicklungen der Kinder orientieren. Das Bücherbär-Erstleseprogramm umfasst deshalb verschiedene Reihen für die Vorschule und die ersten beiden Schulklassen. Sie bauen aufeinander auf und holen die Kinder dort ab, wo sie sind. So wird der Lernprozess auch für den fortgeschrittenen Erstleser leichter und die Freude am Lesen hält ein Leben lang. Das Märchen von Sindbad, dem Seefahrer ist höchst spannend und unterhaltsam geschrieben. Bei der Ausschmückung der Schauplätze, den Entdeckungen und Gefahren ergibt sich für den Leser eine bildhafte Vorstellung. Fast fühlt man sich am Ort des Geschehens. Zu Beginn lädt ein vornehm gekleideter Mann mit langem weißem Haar den Lastträger Sindbad in sein wunderschönes Haus zum Ausruhen und Erholen ein. Das hätte dieser niemals in seinem Leben für möglich gehalten. Es stellt sich heraus, dass der Gastgeber der einstige Seefahrer, namens Sindbad ist. Und er berichtet, dass er auch einst jung und hochmütig war. Er hatte viele Abenteuer erlebt und war von jeder Reise, mit viel Glück, mit dem Leben davon gekommen. Eigentlich war er immer heilfroh darüber, aber nach einer gewissen Zeit packte ihn doch das Fernweh und die Entdecker- und Reiselust wieder. Dann setzte er sich abermals neuen Abenteuern, Strapazen und Lebensgefahren aus. Es fasziniert, von der Vielfältigkeit der Begebenheiten zu lesen. Egal, ob die Mannschaft auf einem gewaltigen Fischrücken gelandet war, anstatt einer Insel, der sie mit in die Tiefe der See nahm und nur Sindbad mit letzter Mühe überlebte oder ob er den Klauen des ungeheuren Vogel Roch fast hilflos ausgeliefert war, das konnte ihn nicht zurückhalten. Er entgeht auf seiner dritten Reise den boshaften Affen und den Riesen. Auf der vierten Reise wird er mit seiner verstorbenen Frau in einer Gruft verschlossen, aber auch diesem schrecklichen Grab konnte er entkommen. Das fünfte Reiseerlebnis berichtet davon, wie ihm seine Hilfsbereitschaft zum Verhängnis wird und es ihn Kraft und viel List kostet, den Alten von seiner Schulter wieder los zu werden. Die sechste und die siebte Reise lassen ihn noch Todesängste erleben, als er den Riesenfischen und auch den Grünäugigen entkommen kann. Immer wieder ergraut sein Kopfhaar von Reise zu Reise mehr. Als er mit seiner Prinzessin schließlich zurück nach Bagdad kehrte, machte er den Schwur wahr und ging nie wieder auf Reisen. Die Spannung wird durchweg gehalten und erzeugt immer wieder „Aha“- Ausrufe. Die farbenfrohen Illustrationen bereichern den Text. Mimik und Gestik sind gut erkennbar und auch die Phantastik. Teilweise hat der Künstler Nass in Nass- Technik eingesetzt und die Szenen lebendig dargestellt. Mit Bücherbärfigur am Lesebändchen, schön. Ich empfehle Ihnen diesen Klassiker zum Selberlesen, der garantiert Freude weckt!