Sie brachten uns Hoffnung. Die Geschichte von Edward Galinski und Mala Zimetbaum
- Autor*in
- Engelmann, Reiner
- ISBN
- 978-3-570-31602-3
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- Deutsch
- Illustrator*in
- –
- Seitenanzahl
- 224
- Verlag
- cbj/cbt
- Gattung
- TaschenbuchErzählung/Roman
- Ort
- München
- Jahr
- 2024
- Lesealter
- 14-15 Jahre16-17 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- FreizeitlektüreKlassenlektüre
- Preis
- 10,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Edward Galinski und Mala Zimetbaum werden nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie lernen sich kennen und verlieben sich.
Als Schlosser bzw. Übersetzerin und Bürokraft haben sie ein wenig mehr Bewegungsfreiheit als die anderen Häftlinge, die sie auch nutzen, um anderen zu helfen.
Beurteilungstext
Die Erzählung über Edward Galinski und Mala Zimetbaum beruht auf einer wahren Geschichte. Der Autor Reiner Engelmann erzählt diese Geschichte einfühlsam und mit sorgfältig recherchiertem Hintergrundwissen. Im Vorwort wird ein ehemaliger Mithäftling zitiert, der die Liebe der beiden unter anderem als Sieg des Guten über das Böse bezeichnet. Im Prolog schildert der Autor, wie Mala und Edward, genannt Edek, sich zum ersten Mal begegnen und buchstäblich die Liebe auf den ersten Blick fühlen.
In 25 Kapiteln erzählt Reiner Engelmann in klarer, einfacher und verständlicher Sprache ihre Geschichte, zunächst die Vorgeschichte. Abwechselnd berichtet er von Edek und Mala, wie sie vor ihrer Verhaftung und der Deportation ins Konzentrationslager gelebt haben. Wir lernen sehr unterschiedliche Lebensbedingungen kennen, erfahren einiges über ihre Familien, ihre Zukunftspläne und die zunehmenden Schwierigkeiten durch die politischen Verhältnisse.
Die Lebensläufe von Edek und Maja werden abwechselnd erzählt. Edeks beginnt mit Ausbruch des 2. Weltkriegs am 1. September 1939, dem Überfall Nazideutschlands auf Polen. Statt die geplante Ausbildung als Mechaniker zu beginnen, schließt er sich der polnischen Heimatarmee an. Anschläge auf Eisenbahnstrecken sollten zumindest den Nachschub der deutschen Besatzer ausbremsen. Im Frühjahr 1940 fliegt ihre Gruppe auf. Sie werden verhaftet.
Mala stammt aus einer jüdischen Familie, die ursprünglich in Polen lebte, nach Mainz umzog und 1928 nach Antwerpen ging. Dort wurde sie bei einer Razzia gefasst. Im Konzentrationslager werden bald ihre besonderen Eignungen erkannt. Edek ist als Schlosser gefragt und Mala als Sekretärin und Dolmetscherin. Diese Tätigkeiten geben ihnen eine gewisse Freizügigkeit, sich im Lager zu bewegen. Gleichzeitig sind sie über vieles besser informiert als ihre Mithäftlinge. Ihre Kenntnisse geben sie weiter und können entsprechende Tipps geben. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen sie, wo sie können, immer in der Gefahr, in Schwierigkeiten zu geraten.
In kurzen, übersichtlichen Kapiteln erfährt man viel über den Alltag im KZ, über grausame Bestrafungen, harte Arbeitsbedingungen, aber auch einiges über den Zusammenhalt unter den Häftlingen. Die spannende Geschichte ihrer Flucht, das kurze, erfüllte Leben in Freiheit und schließlich die erneute Verhaftung wird spannend erzählt. Aber selbst in den letzten Minuten vor ihrer Hinrichtung zeigen beide sehr viel Aufrichtigkeit und Mut, bleiben Vorbild und geben Hoffnung.
Sehr hilfreich ist das Glossar, in dem viele Begriffe erklärt werden. Ein Verzeichnis der Orte beschreibt die im Buch erwähnten Konzentrationslager.
Unter der Überschrift "Namen" finden wir kurze Lebensläufe von Menschen, die in den Konzentrationslagern Verantwortung trugen und erfahren, was nach Ende des Krieges mit ihnen geschah.
Ein sehr berührendes Buch, das sicher gut geeignet ist, Jugendlichen das Thema Nationalsozialismus nahe zu bringen. Der Autor erweist sich als großer Kenner der Materie. Er hat mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben.