Shi Wu und die Kinderdiebe

Autor*in
Lemanczyk, Iris
ISBN
978-3-89502-285-2
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
143
Verlag
Horlemann
Gattung
Krimi
Ort
Bad Honnef
Jahr
2009
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Fachliteratur
Preis
9,90 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Shi Wu wird aus ihrem Dorf in der chinesischen Provinz entführt, zusammen mit ihrem blinden Freund Zheng. Kinder sind beide noch. Für eine kriminelle Vereinigung müssen sie Geld beschaffen. Shi muss zunächst betteln, der etwas ältere Zheng muss für ihn Unaussprechbares tun. Nach furchtbarem Leiden werden sie frei. Ein Bericht aus dem wirklichen Leben.

Beurteilungstext

Vom Dorf, in dem Shi und Zheng lebten, erfährt man wenig. Die Kinder sitzen schon im Auto des Entführers, als die Geschichte beginnt. Aber die Schönheit der Natur, das karge Leben, das liebevolle Zusammenleben in Shis Familie, alles wird in ihren Erinnerungen deutlich. Zheng ist nicht so glücklich, sein Vater muss als Wanderarbeiter Geld verdienen, für die Stiefmutter ist Zheng eher eine Last. Die Kinder werden ins ‚Waisenhaus der glücklichen Kinder' gebracht - ein Hohn ist der Name, hier herrscht eine skrupellose Frau, die allein an Geld interessiert ist. Drohungen, Gewalt, Essensentzug sind ihre Instrumente, die Kinder sind ihr und ihren Helfern ausgeliefert. Man erlebt, wie Korruption Unmenschliches ermöglicht und Verbrecher als vermeintliche Wohltäter agieren lässt. Shi und Zheng erkennen, wie hier Kinder zerstört werden und wehrlos alles über sich ergehen lassen. Sie beschließen auf jeden Fall zu fliehen. Zum Glück trifft Shi beim Betteln auf einen alten Mann, dem zu trauen sie wagt. Die Flucht gelingt, mit Hindernissen. Sie geraten dann schließlich an Menschen, die wirklich helfen. Mit der Aussage von Shi und Zheng werden sie sogar die Machenschaften im Haus der glücklichen Kinder beenden.
Eine spannende Geschichte, eine furchtbar verstörende Geschichte. Die Grausamkeiten, die Zheng und Shi ertragen müssen, die unausgesprochenen Schrecklichkeiten, die den Kindern drohen, sind der Hauptteil der Geschichte. Mit den Kindern erleben Leser Entsetzliches. In korrupten Staaten ist so etwas möglich, Erwachsene kennen die Berichte von Kindern, die als Sklaven benutzt werden. Zur Arbeit, zur Prostitution, als Krieger und sogar von Organentnahmen hört man. Alles wird hier angedeutet. Es gibt nur wenige Szenen der Ruhe, ein wunderschöner Park wird geschildert, gut gekleidete Schulkinder mit ihren Müttern, ruhige Landschaft, Tiere. Allein die Freundschaft und der ungebrochene Lebenswille von Zheng und Shi machen die Geschichte, die aus Sicht Shis erzählt wird, ertragbar. Für junge Leser kann dieser Bericht sehr verstörend sein, wenn sie damit allein bleiben. Sie brauchen Antworten auf ihre Fragen und die Gelegenheit, ihre Ängste zu besprechen.
Ein Titel, der ab Klasse sieben sicher ins Leseangebot zum Thema China oder generell Korruption, Bedrohung von Kindheit gehört.

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Diese Rezension wurde verfasst von Pfn.
Veröffentlich am 01.01.2010

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