Schatten

Autor*in
Janisch, Heinz
ISBN
978-3-907588-80-2
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
28
Verlag
Bajazzo
Gattung
BilderbuchFantastikSachliteratur
Ort
Zürich
Jahr
2007
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
13,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Als seine Eltern im sonnendurchglühten Garten ein Nickerchen machen, geht der kleine Sven auf eine Rundreise durch die Stadt und den Zoo. Ihm begegnen viele ganz alltägliche Dinge, doch die Schattenrisse seiner Umgebung zeigen eine ganz andere, aufregende Welt, in der nichts so ist, wie es scheint.

Beurteilungstext

Kennen wir das nicht alle aus unserer Kindheit: Die abendlichen Schatten der Straßenlaterne gaukelten unserer Fantasie wilde Tiere und Gespenster vor, das Tapetenmuster entwickelte im Zwielicht ein Eigenleben und am Himmel zogen statt simpler Wolken riesige Tiere oder Luftschiffe vorbei. Wohl dem, der sich von der Fähigkeit seines Gehirns, Assoziationen aus Details zu ergänzen, etwas bis ins Erwachsenenleben retten konnte.
Der kleine Sven in diesem Buch muss nichts retten oder zu erinnern versuchen, ihm ist diese herrliche Gabe einer blühenden Fantasie noch angeboren. Und wie diese Fantasie blüht! Nicht nur, dass sich Mädchenzöpfe in Kronen verwandeln oder dicke Hunde in dünne, nein, hier spielen die Schatten ganz selbstständig neue Rollen, demonstrieren Möglichkeiten für ein “What happens next?” und lassen jeden Be-Sitzer einer Parkbank zum Akteur dramatischer Ereignisse werden. Selbst der kleine Sven wächst da weit über das Stadium kindlicher Schattenspiele hinaus und wird heimlich zum Riesenaffen.
Schön ist auch die Geschichte dieses Bilderbuches: Die Geschichte lag schon - ohne optische Ausgestaltung - vor und diente als Vorlage für einen Kunststudentenwettbewerb des Bajazzo-Verlages und der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Unter zahlreichen anspruchsvollen und hochwertigen Arbeiten entschied sich die Jury aus Autor und Verlag für die vorliegende Lösung, zeichnete aber auch noch zwei andere Arbeiten aus.
Die Illustrationen des in Deutschland lebenden Russen Artem (Kostyukevich) schaffen den Spagat zwischen bunter Farbigkeit und fast kindlicher Darstellung einerseits und einer raffinierten Perspektive und Blickführung andererseits. Ein- oder doppelseitige Wasserfarbensinfonien, teilweise übermalt und großflächig, ein anderes Mal voller spitzfindiger Einzelheiten und Anspielungen, schaffen mühelos ein eigenständiges Tragen der Geschichte, die sich allein aus den Bildern schon hinreichend erklärt.
Doch auch diese Geschichte hat ihren Reiz: Sie deutet meist nur an, spricht nichts von dem aus, was die Bilder wiedergeben, hat aber gerade dadurch die gleiche Funktion wie die Schattenrisse - Futter für eine ausufernde Fantasie. Hier haben sich die beiden Richtigen für dieses Projekt gefunden, beide Meister auf ihrem Gebiet und besonders reizvoll in der Koppelung gerade wegen ihrer unterschiedlichen Ausdrucksweise. Sehr schön!

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von bh.
Veröffentlich am 01.01.2010

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