Rupert Rau, Super-Gau
- Autor*in
- Bauer, Michael Gerard
- ISBN
- 978-3-423-62699-6
- Übersetzer*in
- Mihr, Ute
- Ori. Sprache
- Englisch
- Illustrator*in
- Bauer, Joe
- Seitenanzahl
- 192
- Verlag
- dtv
- Gattung
- Comic / Graphic NovelTaschenbuch
- Ort
- München
- Jahr
- 2018
- Lesealter
- 8-9 Jahre10-11 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- Bücherei
- Preis
- 6,95 €
- Bewertung
Teaser
Rupert Rau hat eine blühende Fantasie. Die daraus erwachsenden Helden halten ihn während des Schultags schwer in Beschäftigung, wenn er nicht gerade damit kämpft, mit den Folgen seines Nicht-Aufpassens im Unterricht klarzukommen: einem mega-peinlichen Spitznamen. Doch je mehr er versucht, sich von seinem Nomen-est-omen "Super Gau" zu distanzieren, um so abgründiger werden die Schlamassel, in die der vom Pech verfolgte Schüler hineingerät...
Beurteilungstext
Auf dem Titelbild springt uns Rupert Rau, im Comic-Stil vom Sohn des Autors gezeichnet, mit geballter Faust und leicht irrem Blick direkt entgegen. Strahlen blitzen zu allen Seiten und eine gelb leuchtende Wolke bietet den Untergrund für den großformatig hellblau ausgerichteten Titel. Rundherum ordnen sich kleine geflügelte Monsterchen, ein weggekickter Ninja und ein Badehosen-Muskelprotz an, die vor lauter Dynamik des Titelheldens an die Seite gedrängt zu werden scheinen.
Mit ebensolch fulminanter Dynamik beginnt Bauers Graphic Novel, die den Leser von der ersten Seite an in den Bann zieht und ihren Spannungsbogen so rasant durchhält, dass man den Roman gar nicht aus der Hand legen möchte, allein schon, um nicht die Pointen zu verpassen, auf die man während der aberwitzigen Einschübe, die regelmäßig kommen, lange warten muss. Doch das Warten lohnt sich. Bauers Erzählstrang hält immer eine witzige und überraschende Wendung bereit und von Seite zu Seite wächst einem der vom Pech verfolgte, chaotische Jung-Held mehr ans Herz und man kann sich gut vorstellen, dass sowohl der Autor, wie auch der Illustrator mit ihrem lockeren Sprachwitz, den comichaften Einschüben und zahlreichen, den Text sinnvoll ergänzenden und im wörtlichen Sinne illustrierenden pointierten Schwarz-Weiß-Zeichnungen genau den Nerv der Leser treffen.
Denn thematisch geht es gerade darum, was Acht- bis Elfjährige in ihrem Schulalltag in erster Linie beschäftigt: Anerkennung von Gleichaltrigen, Leben mit coolen und peinlichen Spitznamen, Erfolg und Blamage bei Sportveranstaltungen.
Ganz nebenbei nimmt aber auch die kleine Seitenhandlung um die schüchterne neue Mitschülerin Aasha Alsufi an Fahrt auf und erweist sich als durchaus tiefsinnig.
Als Leser*in sollte man eine gewisse Lesekompetenz mitbringen. Das Wechselspiel zwischen verschiedenen lockeren und nicht ganz leicht lesbaren Schrifttypen, die auch in der Größe variieren, verlangt dies. Auch die vielen Namen aus dem englischsprachigen Raum und der australische Kontext, in dem die Geschichte spielt, erfordern dies. Nicht zuletzt wäre auch eine Grundkenntnis an James-Bond-Filmen förderlich, um die besondere Komik von Ruperts Tagebuch-Fiktionen um den Geheimagenten Archie "Achtung" Amber einordnen zu können.
Insgesamt eine überraschend gut komponierte Graphic Novel, die unterhaltsam, aber stellenweise auch hintersinnig ist.