Ronja Räubertochter

Autor*in
Lindgren, Astrid
ISBN
978-3-7512-0446-0
Übersetzer*in
Kornizky, Anna-Liese
Ori. Sprache
Schwedisch
Illustrator*in
Bergting, Peter
Seitenanzahl
240
Verlag
Oetinger
Gattung
Erzählung/RomanBuch (gebunden)
Ort
Hamburg
Jahr
2023
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüreVorlesen
Preis
16,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Klassiker in neuem Gewand: Ronja Räubertochter in bekannter Übersetzung von Anna-Liese Kornitzky mit neuem Cover von Peter Bergting, einem der führenden Fantasy-Illustratoren Schwedens.

Beurteilungstext

Der Oetinger Verlag hat 2023 den Kinderbuchklassiker Ronja Räubertochter mit einem neuen Cover, gestaltet vom schwedischen Illustrator Peter Bergting, herausgegeben. Die Geschichte in der Übersetzung von Anna-Liese Kornitzky ist unverändert: Das Räubermödchen Ronja wächst als einziges Kind mit ihrer Mutter Lovis, ihrem Vater Mattis und den Mattisräubern auf. Bei ihrer Geburt hat ein Blitz die Mattisburg in zwei Teile geteilt, seitdem sind sie durch den Höllenschlund getrennt. Mattis behütet Ronja sehr, vielleicht zu sehr, denn sie muss sich ihre Freiheiten erkämpfen. So gern ist sie stundenlang im Mattiswald unterwegs, der so schön, aber auch voller Gefahren ist. Eines Tages ziehen in die andere Burghälfte die Borkaräuber ein. Und sie haben einen Sohn, der ungefähr genauso alt ist wie Ronja: Birk. Fortan ist Ronja nicht mehr allein im Wald unterwegs. Die Freundschaft der beiden wird von den Eltern nicht geduldet, sind Mattis und Borka doch verfeindet. Am Romeo-und-Julia-Stoff orientiert, ist "Ronja Räubertochter" eine Coming-of-age-Geschichte, in der sich die Protagonistin vom Vater emanzipiert, sich selbst findet und eine innige Freundschaft, die auch immer wieder eine zukünftige Liebesbeziehung andeutet, zu dem Jungen Birk entwickelt.
Innerhalb der Neuausgabe gibt es keine Illustrationen, die eventuell den Lesenden, die mit den Schwar-Weiß-Bildern Ilon Wikland vertraut sind, fehlen könnten. Davon abgesehen ist das neue Cover durchaus attraktiv: Unter dem goldenen Namen der Autorin und Buchtitel ist im Bildmittelpunkt Ronja zu sehen, rechts und links von ihr moosbewachsene Felsen und Bäume, wodurch Grau- und Grüntöne dominieren. Aufmerksame Betrachtenden werden kleine orange-rot leuchtende Augen im Dickicht erkennen, die auf die vielen tierischen und fantastischen Lebewesen im Mattiswald verweisen.
Hinter Ronja befindet sich der Höllenschlund, von Sonnenlicht erleuchtet und auf ihm drohnend eine Burg. Wir sehen Ronja im Profil, Kopf und Blick gesenkt. Es scheint ein Moment der inneren Einkehr zu sein, ein Moment des Nachdenkens, vielleicht auch der Entscheidung oder der Traurigkeit. Jede*r der ihre Geschichte kennt, weiß um die vielen Gefühle, die Ronja durchlebt. Insgesamt vermittelt das Cover eine mysthische Stimmung und verleiht der Geschichte ein zeitgemäßes Antlitz.
In literaturdidaktischer Perspektive wäre hier auch ein Coververgleich lohnend, denn man darf davon ausgehen, dass sich Bergting am Cover Wiklunds orientiert hat: Auch da sehen wir Ronja im Profil, allerdings in Schrittstellung, den Blick erhoben. Der Wald wirkt heller und durch die abgebildeten Vögel gefahrloser als bei Bergting. Im Bildhintergrund ist auch die Mattisburg sichtbar, der Höllunschlund jedoch auch weniger gefahrvoll. Die Kleidung Ronjas ist vergleichbar, mit Gürteltasche, langen Hosen. Bei Wiklund hat Ronja kürzeres, lockiges Haar, bei Bergting erinnert die Frisur vielmehr an die der Film-Ronja (1984). Bei Wiklund hat Ronja Pfeil und Bogen, bei Bergting ein Seil in der Hand. Welche unterschiedlichen Wirkungen und Deutungen können hier jeweils resultieren? Eine wertvolle Perspektive für den Unterricht auch paratextuelle Gestaltung in den Blick zu nehmen!
In diesem Sinne wird eine klare Empfehlung ausgesprochen!

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Diese Rezension wurde verfasst von Susanne Drogi; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 26.05.2024