Reise um die Erde in 80 Tagen

Autor*in
Verne, JulesKnape, Wolfgang
ISBN
978-3-401-71351-9
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Zöller, Markus
Seitenanzahl
70
Verlag
Arena
Gattung
Buch (gebunden)Erstlesebuch
Ort
Würzburg
Jahr
2019
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
7,99 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Mister Fogg empfindet es nicht als Problem, in 80 Tagen um die Erde zu reisen. Deshalb schließt er eine Wette ab und setzt sein halbes Vermögen damit aufs Spiel. Gemeinsam mit seinem Diener reisen sie über Ozeane und durch Kontinente; bewältigen Gefahren und unvorhergesehene Ereignisse. Dabei ist ein Detektiv der Londoner Polizei ihnen auf den Fersen. Freut euch auf den Klassiker der Weltliteratur von Jules Verne, nacherzählt für Erstleser.

Beurteilungstext

Wir wissen, jedes Kind ist anders. Ein Kind kennt bereits alle Buchstaben in der Vorschule und kann sie zu Wörtern formen. Ein anderes lernt das Abc beim Eintritt in die Schule. Für das spätere Leseverhalten ist das völlig unerheblich. Wichtig ist der Spaß am Lesen – und zwar von Anfang an. Deshalb muss sich die konzeptionelle Entwicklung von Lesetexten an den unterschiedlichen Lernentwicklungen der Kinder orientieren. Das Bücherbär-Erstleseprogramm umfasst verschiedene Reihen für die Vorschule und die ersten beiden Schulklassen. Diese bauen aufeinander auf und holen die Kinder dort ab, wo sie sind. Damit wird der Lernprozess auch für den fortgeschrittenen Erstleser leichter und die Freude am Lesen hält ein Leben lang an. Die Bücherbär-Reihe Klassiker für Erstleser richtet sich an Erstleser in der 2. Klasse. Altersgerechte Neuerzählungen von Klassikern der Kinderliteratur machen richtig Lust auf das Selberlesen. In dieser Nacherzählung von Wolfgang Knape dürfen die fortgeschrittenen Erstleser ab 7/8 Jahren in ein Abenteuer von Jules Verne eintauchen. Dieser bekannte Autor hat viele Klassiker geschrieben, die heute weltbekannt sind und sich zu Recht „Klassiker der Weltliteratur“ nennen dürfen. Jules Verne träumte selbst schon als Kind davon, ein Abenteurer zu werden. Aber seine versuchte Auswanderung mit 11 Jahren wurde durch den Vater verhindert. So lebte er all seine Phantasien und Träume beim Schreiben vieler Romane aus. Man kann es kaum glauben, dass seine Werke schon über 150 Jahre zurückliegen. Wenn man dazu noch die wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung bedenkt, erst recht nicht. Wir können heutzutage ohne Probleme zu Wasser, zu Land und auch in der Luft mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln uns befördern lassen und binnen einiger Stunden am anderen Ende der Welt sein. Aber damals, undenkbar. Ein genialer Zeitgenosse war Jules Verne, denn viele technische Neuerungen in seinen Werken beschrieb er sogar schon vor ihrer tatsächlichen Entdeckung. Er gilt auch als einer der Hauptbegründer der Science-Fiction-Literatur. Im vorliegenden Roman dürfen die Kinder die “Reise um die Erde in 80 Tagen“ mitverfolgen. Das ist für alle Leser ein sehr spannendes Abenteuer. Bei den Erwachsenen wird der Inhalt wieder etwas aufgefrischt und die Grundschüler machen ihre erste Erfahrung mit dem packenden Werk, das vorteilsweise in Fibelschrift gedruckt ist. Da es sich um eine sehr gekürzte Nacherzählung handelt, die gut verständlich lesbar und anreizend auf das Lesen von weiteren Romanen für Grundschüler sein soll, ist das ausschweifende Beschreiben unterschiedlichster Gefahren/ Entdeckungen und Begegnungen nicht möglich, wie wir das vom Original kennen. Die Kinder erhalten aber eine Vorstellung von dem Denken und Handeln der aristokratischen Gesellschaft im 18. Jahrhundert, besonders der absoluten Pünktlichkeit und Geradlinigkeit der Engländer. Dieser reiche Mister Fogg, dessen Tagesablauf minutiös durchgetaktet ist und der seinen langjährigen Diener ohne Skrupel wegen einer Verspätung entlassen hat, verfolgt nun auch verbissen sein Ziel, die abgeschlossene Wette mit den Mitgliedern des Reform-Clubs zu gewinnen. Dabei bestimmt er über Passepartout, seinen neuen Diener, der sich seine Anstellung ganz anders vorgestellt hatte. Beide besteigen die Dampfeisenbahn am 2. Oktober 1872 um 20.45 Uhr und wollen am 21.12. wieder pünktlich zurück sein. Natürlich nachdem sie die Erde umreist haben. Mister Fix, ein Detektiv der Londoner Polizei, ist den beiden Weltenbummlern immer dicht auf den Fersen, denn er vermutet in Mister Fogg den gesuchten Bankräuber. Passepartout freundet sich in seiner Ahnungslosigkeit mit dem Detektiv an und plaudert unüberlegt Informationen aus, die diesen erst recht in seinen Vermutungen bestärken. Wir werden Zeugen einer aufregenden und turbulenten Reiseroute, die mit verschiedenen Beförderungsmitteln zurückgelegt wird und wo sich ein Reiseziel an das andere anreiht. Dabei können die Kinder auch einen Einblick erhalten in traditionelle Gepflogenheiten mancher Länder und eine Vorstellung von dem Reiseverlauf bekommen. Wir fiebern mit, als Passepartout die Prinzessin aus dem brennenden Stapel rettet. Und auch als der Unglücksrabe in seiner Unwissenheit ein indisches Gotteshaus mit Schuhen betritt und dafür Prügel bezieht, hat er unser Mitgefühl. So ereignen sich immer wieder unvorhersehbare Zwischenfälle, die den Spannungsgrad erhalten. Wir fühlen uns selbst ein bisschen wie in einer Abenteuer-Verfolgungsjagd. Der eigentliche Held in dieser Ausgabe ist Passepartout, denn er schlüpft in viele Rollen, um seinem Herrn zu dienen und ihn wieder erreichen zu können. Und egal ob es sich um einen Überfall der Sioux-Indianer oder die halsbrecherische Bahnfahrt durch die verschneite Prärie handelte, immer wieder kommt es zu neuen Herausforderungen. Was zwischendurch kaum denkbar schien, erfüllt sich letztendlich doch noch – die Wette wurde gewonnen. Und Phileas Fogg vermählt sich sogar noch mit Aouda. Ende gut- alles gut. Der Text wird von sehr vielen Illustrationen begleitet, die die Handlung verständlich vertiefen. Mimik und Gestik sind gut erkennbar. Besonderheiten einzelner Länder werden dargestellt und tragen zu einem besseren Vorstellungsvermögen bei (z.Bsp. Elefantenritt, Indianerüberfall, Büffelstopp, Prozession…). Die farbenfrohen Bilder von Markus Zöller werden sehr gerne von den Erstlesern angeschaut und sorgen für Auflockerung im Lesestoff. Danke für diese Ausgabe.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von WS; Landesstelle: 25 Thüringen.
Veröffentlicht am 19.03.2019

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