Pride und Prejudice und Pittsburgh
- Autor*in
- Lippincott, Rachael
- ISBN
- 978-3-7512-0544-3
- Übersetzer*in
- Letz, Anja
- Ori. Sprache
- Englisch
- Illustrator*in
- Jones, Rocio
- Seitenanzahl
- 352
- Verlag
- Oetinger
- Gattung
- Erzählung/RomanTaschenbuch
- Ort
- Hamburg
- Jahr
- 2025
- Lesealter
- 16-17 Jahreab 18 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- BüchereiFreizeitlektüre
- Preis
- 18,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Audrey lebt in Pittsburgh, 2013. Elizabeth (Lucy) lebt in Nordengland, 1813. Die beiden lernen sich kennen und sich mögen. Beiden stehen grőßere Probleme bevor.
Aber wie sind sie zusammen gekommen, 200 Jahre auseinander? Wie kommt Audrey zurecht in der Gesellschaft von 1813? Werden die Hindernisse beseitigt, und kann Audrey ihr eigenes Zeitalter wieder erreichen? Ein literarischer und romantischer Roman erwartet die Leser:innen.
Beurteilungstext
Die eine Hauptperson, Audrey, wird zu Beginn umfassend dargestellt, arbeitend bei ihren Eltern in Pittsburg (2013). Ihr Traum, Kunst zu studieren, scheint zu verschwinden, als ihr Talent sie verlässt.
Die andere Hauptperson, Elizabeth (Lucy), auf einem sehr reichen Anwesen aufgewachsen, soll in England im Jahre 1813, wie damals üblich, den Mann heiraten, der am meisten Vermögen besitzt. Sie kann den Typen nicht ausstehen, aber beugt sich zunächst der Erwartung ihres Vaters.
Und dann ein Kunstgriff: Audrey wird zurückversetzt ins Jahr 1813 und trifft Lucy. Von da an entwickelt die Autorin Rachael Lippincott ihren Roman angelehnt an den Roman „Pride and Prejudice“ von Jane Austen, 1813 geschrieben. „Pride and Prejudice“ war von Anfang an sehr erfolgreich. Und es bleibt bis heute ein wichtiges Werk im Kanon der englischen Literatur.
So können die Gewohnheiten und Sitten im Jahr 1813 sehr genau beschrieben werden. Um Elizabeth damals der erzwungenen Heirat entgehen zu lassen, hat Jane Austen einen Herrn Darcy geschaffen. Elizabeth und Herr Darcy können sich zuerst nicht ertragen. Ihre Beziehung entwickelt sich holprig wegen Stolz und Vorurteil, eben „Pride and Prejudice“ des Titels von Jane Austen.
Frau Lippincott ersetzt Herrn Darcy durch Audrey, und dann erleben Audrey und Lucy eine ebenso turbulente Beziehung wie damals von Jane Austen für ihre Hauptcharaktere beschrieben.
Manche Momente erinnern fast an D. H. Lawrence, auch er gehört in den Kanon englischer Literatur, ein wilder Ausritt zu zweit während der Vater in London weilt, eine letzte Freiheit. Oder intime Momente als Lucy improvisiert am Klavier, und Audrey sie zeichnet, ihr Talent wiedergefunden. Sehr genau beschriebene Augenblicke, die auf mehreren Ebenen verstanden werden können. Eben die Kunst, die damals Jane Austen beherrschte, das Leben genau zu betrachten und durch ihre Beschreibung zu kommentieren.
Zum Schluss können die beiden jungen Frauen gerade noch die ungewollte Heirat verhindern und landen zusammen wieder im Jahr 2013.
„Pride and Prejudice“ gelesen zu haben bringt natürlich ein zusätzliches Wissen von der Zeit um 1813 in England. Dieser Roman lebt aber auch ohne Vorkenntnisse.
Somit stört der Sprung von 2013 zurück nach 1813 nicht. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Lucy und Audrey verläuft genauso wechselhaft wie damals zwischen Elizabeth und Darcy. Frau Lippincott lässt sich von Jane Austen inspirieren, aber entwickelt ihre eigene Sprache und Erzähltempo. Ein gelungenes Buch, das unter anderem von einer vergangenen Zeit und der Entdeckung eigener Gefühle und Ziele erzählt.
Die Illustratorin Rocio Jones hat nur die Seitenzahlen und Kapitelnummern jeweils mit zwei kleinen schwarzen Blättern verziert.