Piratensohn

Autor*in
Kordon, Klaus
ISBN
978-3-407-79923-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Knorr, Peter
Seitenanzahl
227
Verlag
Beltz
Gattung
Ort
Weinheim
Jahr
2007
Lesealter
10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
14,90 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Auf einer Schiffsreise geraten Assad und sein Onkel in die Gewalt des Piratenkapitäns Turuk. Dieser nimmt sich des Jungen an und will ihm das Piratenhandwerk erlernen. Doch Assad liebt zwar das Meer, aber nicht die Gewalt der Piraten. Er flieht und zieht mit Ibrahim, einem ehemaligen alten Piraten, Tamar, einem klugen Mädchen, und dem kleinen Dieb Machmud durch die Wüste. Bis sie Ibrahims Heimatdorf erreichen, erleben sie viele Abenteuer. Doch auch dort ist ihre Reise noch nicht zu Ende.

Beurteilungstext

In Klaus Kordons Geschichte, die sich wie ein Märchen aus 1001 Nacht liest und sich deshalb auch gut zum Vorlesen eignet, geht es um Piraterie, Habgier und Freundschaft.
Der 13-jährige Waisenjunge Assad, der nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel Saadie, einem Diamantenhändler, aufwächst, gerät in die Gewalt von Piraten. Deren Kapitän nimmt sich seiner an und beschließt, den Jungen zu einem richtigen Piraten auszubilden. Doch Assad, der das Meer und die Schifffahrt liebt, findet keinen Gefallen am Plündern und Rauben. In Ibrahim, einem sehr weisen und alten Piraten, aus dessen Munde der Autor einige kluge Lebensweisheiten sprechen lässt, sieht Assad seinen eigentlichen Vater. Als dieser für immer an Land geht und dessen Versuch, Assad mitzunehmen, scheitert, bleibt dem Jungen nichts anderes übrig als die Flucht. Gemeinsam mit Ibrahim, der vom Kapitän reich beschenkt wurde, macht er sich auf den Weg durch die Wüste, um in Ibrahims Heimatdorf zu gelangen. Auf ihrer Wanderung begegnen sie Tamar, einem klugen Mädchen, das bettelt, und dem Dieb Machmud, der ein bisschen an den kleinen Muck erinnert. Gemeinsam kämpfen sie sich durch die Wüste, werden ihrer Habseligkeiten beraubt und gewinnen diese durch die List Ibrahims wieder.
Am Ende aber kann Assad seiner unbändigen Sehnsucht nach dem Meer nicht widerstehen und fährt wieder zur See - jedoch nicht als Pirat.
Klaus Kordon hat sich mit vielen historischen Romanen in Deutschland einen Namen gemacht. Seine letzten Bücher, die Trilogie "1848" oder "Julians Bruder", waren an junge Erwachsene adressiert, die sich für die Geschichte Deutschlands interessieren. Vor dem Hintergrund bedeutender historischer Ereignisse erzählt er die fiktive Geschichte einer Familie bzw. einer Freundschaft.
Ganz anders bei "Piratensohn": Hier steht weniger der historische Stoff im Vordergrund. Die märchenhafte Geschichte soll Kinder ab 10 Jahren in den Bann einer fremden orientalischen Welt ziehen. Man spürt förmlich mit welcher Freude der Autor fabuliert, exotische Stimmungen und Gerüche heraufbeschwört. Bildhaft schildert Assad, der Ich-Erzähler, seine Abenteuer auf dem Piratenschiff und durch die endlose Wüste und steigert die Spannung, indem er auf Begebenheiten, die er noch erzählen wird, neugierig macht. Geschickt untersetzt er die Handlung mit seinen Gedanken und Eindrücken zu den Geschehnissen und denkt über menschliche Schwächen und Verhaltensweisen nach.
Die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Tamar und Assad passt wunderbar zur abenteuerlichen Geschichte, die - wie könnte es anders sein - auch ein glückliches Ende findet.
Peter Knorrs Zeichnungen ergänzen meisterhaft die Geschichte und fangen auch im Bild die faszinierende Atmosphäre des Orients ein.
Wer orientalische Märchen und abenteuerliche Seefahrergeschichten gleichermaßen mag, den wird das Buch in seinen Bann ziehen und der wird sich nur schwer von seinem Zauber lösen können!

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von gsh.
Veröffentlich am 01.01.2010

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