Piratensohn

Autor*in
Kordon, Klaus
ISBN
978-3-407-79923-4
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Knorr, Peter
Seitenanzahl
232
Verlag
Beltz
Gattung
Ort
Weinheim
Jahr
2007
Lesealter
10-11 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
14,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Auf seiner ersten Seefahrt wird der 13-jährige Assad von Seeräubern gefangen genommen und vom Piratenkapitän und dem alten Ibrahim bald darauf adoptiert. Assad lernt die See lieben, nicht aber das Piratenleben. So flieht er von Bord, wird vom abgemusterten Ibrahim gefunden und beide ziehen nach Osten durch die Wüste. Ein Mädchen und ein kleiner Junge gesellen sich dazu und nach vielen Abenteuern erreichen sie das Meer und treffen auch den Piraten wieder.

Beurteilungstext

Wie kann man heute noch eine Geschichte vom Piratenleben schreiben? Ist das nicht reinste Romantik? Klar, aber Kordon bekennt sich dazu - der Märchencharakter ist an allen Ecken durchscheinend - und er findet ein modernes Problem. Assad liebt die See, die Männer, das Schiff, kann sich aber nicht damit befreunden, andere Menschen umzubringen. Aus der heutigen Sicht ist das ja auch verständlich, für einen echten Piraten wohl weniger. Schon als Junge missfiel Assad die Freude, die sein Onkel, ein Diamantenhändler, hatte, wenn er ein gutes Geschäft machte: er hat andere übervorteilt.
Assad ist ein Moralist in einer Zeit und einem Land, in dem das recht unangebracht erscheint. Aber konsequent hält er das durch. Und er findet Lehrmeister. Im Piratenkapitän, der ihm alle Techniken des Überlebens beibringt. In Ibrahim, der ihm den Glauben an den Menschen vermittelt, an das Gute und die Nichtigkeit des Mammons. Und ihn lehrt, mit Scheinheiligkeit ins Gericht zu gehen.
Inmitten der Kämpfe und der Flucht, der Verachtung, Verfolgung und der feindlichen Wüstenwelt lernt der Heranwachsende die Liebe kennen und gründet eine Familie. Und er muss sehen, wie der alte Ibrahim zwar nach einem halben Jahrhundert in sein altes Dorf zurück findet, letztlich aber nach dem langen Leben auf See zu ihr zurückkehren muss. Ebenso erkennt Assads Frau, dass auch er der See gehört. So kehrt auch er aufs Schiff zurück und in einem abenteuerlichen Finale begegnen sich alle vier Männer auf hoher See.

Kordon schreibt hier das alte hohe Lied vom braven Mann, ausgerechnet von einem ehemaligen Seeräuber, dem Ibrahim. Und eine Abenteuergeschichte vom Piratenleben - und einen kleinen Liebesroman. Letztlich aber einen Roman von der Treue und dem Glauben an das Eigentliche im Menschen.

Peter Knorr liefert dazu Bilder, wie sie besser nicht passen könnten: Ganzseitige Abenteuerbilder mit schmalen Panoramen darüber und kleinen Vignetten am Schluss der Kapitel. Aber was mich besonders fasziniert: derartig satte Farben kenne ich nur aus den Chromdrucken der über hundertjährigen alten Bilderbücher (und Lexika) vor der Revolution des Buchdrucks. Ein Lob dazu auch der Druckerei, denn derartig satte Farben der realistisch erzählenden Bilder sind alles andere als durchschnittlich. Unwillkürlich fuhr ich mit dem Finger über die Bilder, um den leicht klebenden Charakter der Chromdrucke zu spüren - aber das gibt es heute natürlich nicht mehr. Künstler und Drucker müssen hier vorbildlich gut zusammen gearbeitet haben.

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Diese Rezension wurde verfasst von cjh.
Veröffentlich am 01.01.2010

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