Oma verbuddeln

Autor*in
Schössow, Birgit
ISBN
978-3-7795-0747-5
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Deutsch
Illustrator*in
Schössow, Birgit
Seitenanzahl
224
Verlag
Peter Hammer Verlag
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Wuppertal
Jahr
2024
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüre
Preis
15,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Reich an schrägem Humor und voller Komik verarbeitet Birgit Schössow in diesem ihrem kinderliterarischen Debütroman Tod und Trauer. Denn der Titel hält, was er verspricht: Drei Geschwister müssen ihre Oma im Garten verbuddeln, nachdem sie kurz davor schon beide Elternteile verloren haben. Bitterernst und doch so hoffnungsfroh....

Beurteilungstext

Im Zentrum dieses ungewöhnlichen Kinderromans stehen drei Geschwister, die in kürzester Zeit erst ihre Eltern und dann ihre Großmutter verlieren. Ich-Erzähler ist der elfjährige Paul, der gemeinsam mit seinen Schwestern Annie und Mina schreckliche Verluste verarbeiten muss. Zu Beginn der Handlung verlieren die drei Kinder ihre Eltern durch einen Autounfall, was zur Folge hat, dass sie von der ihnen bislang unbekannten Großmutter aufgenommen werden. Es handelt sich bei dieser Oma um die Mutter ihrer Mutter, die den Kontakt abgebrochen hatte. Zunächst nehmen die Geschwister sich vor, diese fremde Großmutter abzulehnen, aber das klappt schon deshalb nicht, weil sie ihrer Mutter verblüffend ähnlich sieht. Und so stimmen die Waisen dem Umzug von Hamburg an die Ostsee zu, wo die Großmutter ein Haus hat und Kriminalromane schreibt. Doch die Ereignisse überschlagen sich auch weiterhin, und es dauert nur etwa ein Jahr, bis Paul auch die Oma tot im Gartenstuhl vorfindet. Eins steht fest: Die Geschwister halten zusammen und lassen sich durch nichts auseinanderbringen! Und so fällt ihnen ein, dass die Großmutter immer wieder davon gesprochen hatte, dass sie sie nach ihrem Tod im Garten verbuddeln könnten. Am Ende laufen verschiedene Fäden zusammen und es entpuppen sich ungeahnte raffinierte Pläne, die die Oma vor ihrem Tod geschmiedet hat.

Dieser eigenwillige Kinderroman, der zurecht auf der Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 steht, lebt von seiner originellen und schrägen Figurenkonzeption und der slapstickartigen Komik, welche den Text durchzieht und die Erzählweise und Sprache Pauls prägt. Diese repräsentiert emblematisch der wiederholte Einsatz des Nomens „Gesterbe“, das der Ich-Erzähler angesichts des Todes von Eltern und Großmutter gebraucht. Schössow spielt mit den Mustern des klassischen Kriminalromans, die sie auch explizit in Anschlag bringt, indem die Oma sich als Krimiautorin verdingt und schließlich zu der Figur avanciert, welche die Geschehnisse nach ihrem Tod geschickt arrangiert hat.

Komik und Daseinsernst spiegeln sich gleichsam in den Illustrationen aus der Feder Schössows, die bislang als Illustratorin tätig war. Dass sie ebenso das erzählerische „Handwerk“ beherrscht, zeigt sie mit diesem Kinderroman, der allerdings nichts für schwache Nerven ist. Schössow erzählt von Tod, Trauer und deren Bewältigung durch zwischenmenschlichen Zusammenhalt; das braucht Anschlusskommunikation und Begleitung durch erwachsene Mit- und Vorleser*innen. Allein die narrative Anlage ist so herausragend, dass es sich um einen durch und durch empfehlenswerten Kinderroman für Freizeit und Schule handelt, was dem Text eben verdienterweise die Nominierung für den Jugendliteraturpreis in der Sparte Kinderbuch eingebracht hat.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Kirsten Kumschlies; Landesstelle: Rheinland-Pfalz.
Veröffentlicht am 28.07.2025

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