Non Stop

Autor*in
Ungerer, Tomi
ISBN
978-3-257-02163-9
Übersetzer*in
Torberg, Peter
Ori. Sprache
Englisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
48
Verlag
Diogenes
Gattung
BilderbuchBuch (gebunden)Sachliteratur
Ort
Zürich
Jahr
2019
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre10-11 Jahre12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
24,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Ein Junge namens Vasco flieht vor dem Elend dieser Welt, zunächst ist er allein, dann aber rettet er ein kleines Kind, wobei er selbst von seinem Schatten immer wieder – und mit Erfolg – gerettet wird.

Beurteilungstext

„Gerade noch rechtzeitig!“ So könnte das Buch auch heißen, denn gerade noch rechtzeitig entkommt Vasco einer ungeheuren Explosion, die ihn in Stücke zu reißen droht. Unbeschwerte Kindheit? Nicht bei Tomi Ungerer. „Vögel, Schmetterlinge und Ratten waren verschwunden. Gräser und Blätter waren verdorrt. Blumen zu Erinnerungen verblasst. Straßen und Häuser waren menschenleer. Alle waren zum Mond geflogen.“ So beginnt das Buch, und so öde, wie die Welt von Tomi Ungerer beschrieben und gezeichnet wird, so erscheint sie uns allen in unseren schlimmsten Fantasien. Ausgestorben und verseucht, selbst die Häuser und Fabriken, die U-Bahnen und die Parks sind tot, und Panzer rollen rudelweise aus der Dunkelheit, „… angelockt von den Plastikbäumen der Allee, ihrer Lieblingsspeise.“ In den Trümmern eines Hauses trifft er ein grünes vierbeiniges Geschöpf namens Nichts. Das Geschöpf übergibt ihm einen Brief an seine Frau, die verschwunden ist. „Aber da fehlt die Anschrift!“, sagt Vaso. „Der Brief wird den Weg schon finden“, murmelt das Geschöpf. Und Vasco rennt, er gerät von einer Katastrophe in die andere, Erdbeben, Hochwasser, Schiffshavarie und Packeis, aufschießendes Magma und schmelzende Hochhäuser. Er findet die Frau von Nichts in einem leeren Krankenhaus, sie überreicht ihm ihr Kind mit Namen Poco, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg, immer geleitet von Vasco´s Schatten, bis sie am Ende doch gerettet sind. „Mitten in der Wüste tauchte eine riesige Torte mit Zuckerguss auf. Eine steile, schmale Treppe führte zum Eingang zwischen zwei Maraschinokirschen. Drinnen gab es von allem genug.“
Erster Einwand: Zucker ist keine Lösung, Zucker ist böse. Zweiter Einwand: So schlimm, wie Ungerer die Welt beschreibt, ist sie noch lange nicht. Wenn sie tatsächlich so schlimm wäre, dürften wir keine Kinder produzieren. Der dritte Einwand richtet sich gegen die beiden ersten. Als passionierter Kettenraucher wird es Tomi Ungerer egal gewesen sein, was sich in den Mündern und Mägen der Leser*innen abspielt, die Zuckertorte ist für ihn vermutlich nur ein Symbol des Glücks, das überdies von Vasco und Poco nicht angefressen wird, im Gegenteil. „Poco blieb klein. Er lernte lesen, wurde ein Gelehrter und ein begnadeter vegetarischer Pianist. Vasco und Poco war es nie langweilig. Soweit ich weiß, sind sie nach wie vor dort und werden in Frieden immer älter.“Das Buch macht Angst und Mut zugleich. Doch die Angst ist unserer Kultur eingeschrieben, sie lässt sich nicht leugnen, wir müssen uns ihr stellen. Tomi Ungerer hat das Buch seinen Enkelkindern gewidmet, „… Felicity und Ciaran, die sich der Zukunft stellen.“ Gewidmet auch seinem Bruder Bernard, „… der sich nach dem Tod unseres Vaters der Zukunft stellen musste und mein Leitschatten wurde.“

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von bf; Landesstelle: 14 Bremen.
Veröffentlich am 27.07.2019

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