Noah und die große Flut
- Autor*in
- Boese, Cornelia
- ISBN
- 978-3-8369-5954-4
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- van Haeringen, Annemarie
- Seitenanzahl
- 40
- Verlag
- Gerstenberg
- Gattung
- BilderbuchBuch (gebunden)Sachliteratur
- Ort
- Hildesheim
- Jahr
- 2017
- Preis
- 13,95 €
- Bewertung
Teaser
Die Geschichte der großen Flut findet sich hier in gereimten Worten und grafischen Zeichnungen ganz im traditionellen Sinne neu interpretiert. Ein Bilderbuch zur bekannten Geschichte aus dem Alten Testament.
Beurteilungstext
Die Handlung gehört sicherlich zum Grausigsten, was die Menschheitsgeschichten vom Anfang zu bieten haben. Gott sieht seine Welt und bereut, den Menschen gemacht zu haben. Zu böse ist sein Tun, zu wenig Gutes kommt dabei hervor. So beschließt er zu töten, was seine Existenzberechtigung verloren hat und nur Noah und seine Familie sollen gerettet werden. Es ergeht der bekannte Auftrag an Noah und er setzt auch alles wie gefordert um. Und am Ende, nach der Errettung und dem Neuanfang auf der gereinigten Erde steht der Bund Gottes mit den Menschen, symbolisiert im Regenbogen, der daran erinnert, dass Gott nicht noch einmal wird alles vernichten, weil darin eben keine Lösung zu finden ist.
Nahe entlang der Originalgeschichte aus der Bibel erzählen Cornelia Boese und Annemarie van Haeringen die bekannte Geschichte von der großen Flut. Trotz ihrer Monströsität und Grausamkeit gehört sie zum Stammrepertoire und engen Kanon der alttestamentlichen biblischen Geschichten. Wie in den meisten Bearbeitungen, gerade für Kinder, fokussiert die Handlung aber auch hier auf die Rettung des Noah, weniger auf das Strafgericht an der Welt. So findet auch keine Psychologisierung der Figuren statt. Noah übernimmt den Auftrag und er und seine Familie sind von nun an beflissen am Werk. Das Drama der Menschen, Zweifel, Wut und Trauer, Angst und Panik werden ausgeblendet und haben hier keinen Ort, da es um den neuen Bund geht, den Gott und Menschen hier schließen.
Charakteristisch ist auch, dass der Text – in seiner Handlung eng entlang der biblischen Vorlage – in Reimen vorgetragen wird. So bekommt die Geschichte etwas Spielerisches. Die Bilder sind grafisch konturierte Aquarelle, die in gedeckten Farben, sparsam collagenartig mit anderen Materialien kombiniert entworfen werden. Sie deuten die komplexe Szenerie nur an, reduzieren und lassen damit auch Raum für eigene Interpretationen. In den Bildern finden sich auch Fabelwesen wir Riesen und Meerjungfrauen, die die Distanz der Handlung markieren und verdeutlichen, dass der Mythos als frühe Menschheitsgeschichte eine symbolische Bedeutung trägt. Der Regenbogen am Ende wird eingeschrieben in den Regen, der nun kein tödlicher, sondern ein lebensspendender Regen ist. So verändert sich die Sicht auf die Dinge. Es beginnt ein neuer Abschnitt im Miteinander von Gott und Menschen.
Die Geschichte von Noahs Arche mag immer wieder irritieren. Cornelia Boese und Annemarie van Haeringen bieten auch kleineren Kindern einen geeigneten Zugang, der einen Blick für Gottes Wirken auf der Welt eröffnet, ohne zu überfordern. Der Neubeginn als Symbol des Miteinanders wird akzentuiert und nachhaltig hervorgehoben. Sehr zu empfehlen.