Motte und die Metallfischer
- Autor*in
- Rooseboom, Sanne
- ISBN
- 978-3-7348-4753-0
- Übersetzer*in
- Hammond, Lotte
- Ori. Sprache
- Niederländisch
- Illustrator*in
- Pluim, Sophie
- Seitenanzahl
- 336
- Verlag
- Magellan
- Gattung
- Buch (gebunden)
- Ort
- Bamberg
- Jahr
- 2025
- Lesealter
- 10-11 Jahre12-13 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüreVorlesen
- Preis
- 18,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Motte trägt Schwarz, liebt das Unperfekte und fischt rostige Fundstücke aus dem Kanal. Als eines Tages ein U-Boot an ihrem Magneten hängt, beginnt ein Abenteuer, das nicht nur ihren Sommer, sondern das Schicksal der ganzen Stadt verändert. Eine Geschichte über Freundschaft, Widerstand, Selbstbehauptung – und darüber, was passiert, wenn man den Mut hat, für das Richtige einzustehen.
Beurteilungstext
Drei rostige Schrauben, ein altes Fahrradteil – und plötzlich ein U-Boot: Was als langweilige Sommerferien beginnt, wird für Motte zum Abenteuer, das sie nie erwartet hätte. In „Motte und die Metallfischer“ erzählt Sanne Rooseboom die Geschichte eines Mädchens, das nicht nur ein Relikt aus der Tiefe, sondern auch ein Stück Wahrheit über sich selbst ans Licht holt. Ein Buch über Mut, Zugehörigkeit, Gerechtigkeit – und darüber, wie viel Kraft in Unangepasstheit stecken kann.
Motte bleibt in den Ferien zu Hause. Ihre Mutter arbeitet, Geld für Urlaub ist keines da. Was bleibt, ist der Kanal – und Lehrer Lukas, der Motte das Metallfischen zeigt. Zwischen rostigen Fundstücken und Altmetall entdeckt Motte ein Hobby, das zu ihr passt: Sie liebt das Unperfekte, das Echte, das Schrundige. Und dann, mitten im Alltag, hängt plötzlich ein U-Boot an ihrem Magneten – und mit ihm beginnt eine Geschichte, die größer ist als alles, was Motte sich ausgemalt hatte.
Denn ihr Fund bleibt nicht unbemerkt: Der reiche und skrupellose Arkon Bolwerd, der die halbe Stadt in der Hand hat, will das U-Boot für sich. Auch die alten Metallfischer aus der Werft zeigen Interesse – dort, wo Menschen zusammenleben, die für ein anderes Miteinander stehen: frei, solidarisch, respektvoll. Zwischen ihnen, dem millionenschweren Gegenspieler und einer Stadt, die zu kippen droht, gerät Motte plötzlich in ein Netz aus Rätseln, Geheimnissen – und Entscheidungen.
Sanne Rooseboom gelingt es, eine Heldin zu zeichnen, die sich von Anfang an gegen Erwartungen stellt. Motte ist nicht zart, nicht gefällig. Sie trägt Schwarz, nennt sich selbst so, wie sie gesehen werden will, widersetzt sich dem äußeren Schein – und bleibt sich treu, auch wenn ihre eigene Mutter sie oft nicht versteht. Gerade durch diesen inneren Konflikt, durch das Ringen um Selbstbehauptung, wird Motte zu einer Figur, mit der man mitfühlt, mitfiebert – und die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen berührt.
Die Geschichte verhandelt leise, aber klar große Themen: Wer hat Macht – und wer hat das Recht? Wem gehört, was gefunden wird? Wie wollen wir zusammenleben? Es geht um Gentrifizierung, um Gerechtigkeit und um Widerstand. Um das Bedürfnis, gesehen zu werden, und um den Mut, sich zu zeigen. Dabei wirkt das Buch niemals überfrachtet. Rooseboom schreibt atmosphärisch, eindringlich, mit einem Gespür für Zwischentöne und für die leisen Entwicklungsschritte, die manchmal den Unterschied machen.
Die Illustrationen von Sophie Pluim fügen sich stimmig in den Text: reduziert, rau, ausdrucksstark – in Schwarz, Weiß und rostigem Orange gehalten. Sie verstärken nicht nur die Stimmung, sondern erzählen mit: von der Werft, den Menschen dort, den verborgenen Räumen und kleinen Details, die sich erst beim genauen Hinsehen offenbaren. Eine visuelle Sprache, die wunderbar mit Mottes Blick auf die Welt korrespondiert.
Motte und die Metallfischer ist ein Kinderbuch ab etwa zehn Jahren, das unterhält, mitreißt und zum Nachdenken anregt. Es bietet spannende Abenteuer, aber auch Tiefe und Reibung. Ein Buch über das Anderssein, über Freundschaft, Haltung und Zusammenhalt. Und darüber, wie viel Kraft darin liegt, sich nicht zu verbiegen.