Mit aller Gewalt

Autor*in
Steenfatt, Margret
ISBN
978-3-499-21283-3
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
192
Verlag
Rowohlt
Gattung
Krimi
Ort
Reinbek
Jahr
2007
Lesealter
12-13 Jahre14-15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
5,90 €
Bewertung
eingeschränkt empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Friederike ist ganz stolz auf ihre Freundschaft mit Tessa. Diese ist unglaublich cool und mit ihr wird es nie langweilig. Leider braucht Tessa auch immer viel Geld für ihre Shopping-Touren, das sie sich durch Diebstähle besorgt. Und da Freundinnen alles gemeinsam machen, muss Friederike mitmachen, wenn sie die eifersüchtige Tessa nicht verlieren möchte...

Beurteilungstext

Margret Steenfatts problemorientiertes Jugendbuch "Mit aller Gewalt" ist auch mit aller Gewalt problembeladen: Die Protagonistin Friedrike wohnt, da ihre Mutter als Stewardess fast nie zu Hause ist und ohnedies nur wenig Interesse an ihrer Tochter hat, bei ihren Großeltern, mit denen es immer wieder zu kleineren Streitereien kommt. Friederike hatte bislang keine richtige Freundin, Tessa ist die erste, die sich für sie zu interessieren scheint. Diese wiederum ist ein Paradebeispiel für die soziale Verwahrlosung in der Upper Class: Die Mutter ist psychisch krank und nur auf sich fixiert, der Vater, ein erfolgreicher Immobilienmakler, kümmert sich nicht um seine Tochter und betrügt seine Frau ständig.
Neben dieser Figurenkonstellation ist auch das Verhalten nicht immer überzeugend: Dem Großvater Friederikes, einem pensionierten Kriminaloberrat, fallen die kriminellen Machenschaften der beiden Mädchen sehr schnell auf und er beschattet sie auch mehrfach - unglaubwürdig ist allerdings, dass er nichts unternimmt und sich nur auf zweideutige Bemerkungen beschränkt. Friederike zweifelt zunehmend daran, dass ihre Unternehmungen mit Tessa richtig sind und vertraut sich - in einer dem Alter nicht mehr angemessen scheinenden Sprache - ihrem Tagebuch an; die Einträge sind typographisch abgesetzt. Über ihren berechtigten Zweifeln steht aber die Überlegung, die Freundschaft nicht gefährden zu wollen und weiterhin trotz Bedenkens bei allen Pläne Tessas mitzumachen.
Letztlich ist noch kurz die Figur Tessa anzusprechen. Das Mädchen ist krankhaft eifersüchtig, besitzergreifend und aggressiv. Sobald Friederike nicht ihren Wünschen und Plänen nachkommt, stellt sie die Freundschaft in Frage und reagiert äußerst ungehalten. Als Friederike mit dem Klassenkameraden Daniel ins Gespräch kommt und sich für ihn zu interessieren beginnt, eskaliert dieses Verhalten noch. Da der Junge sich von Tessas feindseligem Verhalten nicht beeindrucken lässt, reagiert diese mit physischer Gewalt, die Friederike und Daniel fast das Leben kostet. Am Ende der Erzählung ist selbstverständlich alles wieder gut: Friederike kehrt geläutert auf den Pfad der Tugend zurück, ihre Mutter kümmert sich wieder mehr um sie und Tessa wird einer gerechten Strafe zugeführt.
Als Resümee ist festzuhalten, dass "Mit aller Gewalt" als Jugendbuch nur eingeschränkt zu empfehlen ist. Sicherlich werden Jugendlichen durch die einfache Schwarz-weiß- Darstellung Reibungsmöglichkeiten für alternative Denkmuster geboten, das kann aber nur eine Funktion von Literatur sein. Die Überakzentuierung der Problemorientierung und die mangelnde literarische Qualität (sehr einfache und schematische Figurenzeichnungen, nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen, "heiles" Ende) hingegen beeinträchtigen ein unterhaltendes Lesen nachhaltig.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von str.
Veröffentlich am 01.01.2010

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