Mein Papa und ich: Vorlesegeschichten

Autor*in
Nilsson, Ulf
ISBN
978-3-89565-362-9
Übersetzer*in
Könnecke, Ole
Ori. Sprache
Schwedisch
Illustrator*in
Herold, Heike
Seitenanzahl
80
Verlag
Moritz
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Frankfurt
Jahr
2018
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
16,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Den Weihnachtsbaum zu zweit durch den Schnee tragen oder mit der Taschenlampe die Kellerdunkelheit vertreiben - Die Alltagsabenteuer der vierjährigen Maja mit ihrem Papa sind ein Vorlesevergnügen aus der Feder Ulf Nilssons.

Beurteilungstext

"Papa und ich, Papa und ich" - so beginnen die Lieder Majas, in denen sie stets die Erlebnisse mit ihrem Papa zusammenfasst. In acht unabhängigen Kapiteln wird erzählt, was das vierjährige Mädchen mit ihrem Papa erlebt. Wie sie Majas Plüschtier Klas Andersson, eine Art Elefantenratte, aus dem dunklen Keller retten. Wie sie zusammen im Bett liegen und sich Geschichten ausdenken oder sich im Wald fast verlieren. Die Texte Ulf Nilssons transportieren die Geborgenheit und Intimität, die die Beziehung zwischen Maja und ihrem Vater auszeichnet. Dabei inspirieren und stärken sie sich gegenseitig: Eine der schönsten Geschichten in diesem Buch ist wohl "Die schwerste Tanne der Stadt": in ein paar Tagen ist Weihnachten und es muss noch ein Weihnachtsbaum gekauft werden. Es liegt viel Schnee und es ist bitterkalt. Nachdem es Maja gelingt, den schönsten Baum zu erhandeln, müssen sie und ihr Papa ihn noch nach Hause tragen. Ein bisschen zweifelt Maja daran, ob sie es schaffen, aber sie spricht es nicht aus. Der Baum ist schwer, die Nadeln piksen durch die Handschuhe und es ist so kalt... Sie zählen immer bis zwanzig - denn so weit kann Maja schon zählen - und dann machen sie ein Pause, hüpfen auf der Stelle, damit ihnen wieder warm wird. Beim letzten Mal zählen sie einfach ein bißchen weiter, denn sie können die Haustür schon sehen: "Neunzehn, zwanzig, bumpeli, klumpeli, dumpeli, rumpeli!"

Nilsson findet gekonnt einen Erzählton, der authentisch die Wahrnehmung und Gefühlswelt einer Vierjährigen einfängt, ohne sie zu verniedlichen. Majas Papa nimmt seine Tochter ernst, achtet sie und liebt das Spielerische.
Insgesamt zeigt sich hier eine Eltern-Kind-Beziehung, in die jeder Einzelne Stärken und Schwächen einbringt und jeder von dem anderen profitiert. Ebenso sind die Bilder Heike Herolds einerseits reduziert, andererseits nah an den Figuren um kindliche Langeweile, Stolz, Angst oder Aufregung zu transportieren. Dabei beschränken sich die Buntstiftzeichnungen auf Schwarz, Gelb, Rot und Grautöne, wodurch eine warme, fröhliche Atmosphäre entsteht, ohne in zu spielerische Buntheit zu verfallen.
"Mein Papa und ich" ist ein Buch, dass die so vertraute Wärme und Geborgenheit schwedischer Kinderliteratur bedient und erfüllt. Doch das ist kein Mangel. Ein Vorlesebuch, das in keiner Familienbibliothek fehlen sollte.

Susanne Drogi

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von sd; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 31.01.2019

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