Mein kleines DUMMES HERZ

Autor*in
Petit, Laurent
ISBN
978-3-7915-1614-1
Übersetzer*in
Ott, Bernadette
Ori. Sprache
Französisch
Illustrator*in
Schöffmann-Davidov, Eva
Seitenanzahl
157
Verlag
Dressler
Gattung
Ort
Hamburg
Jahr
2014
Lesealter
8-9 Jahre10-11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
12,99 €
Bewertung
eingeschränkt empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Sisanda lebt mit Mutter und Oma in einem kleinen Dorf in Afrika. Sie hat einen schweren Herzfehler, kann sich kaum bewegen und muss in die Schule getragen werden. Aber sie ist durch das Zählen ihrer Herzschläge zur Rechenkünstlerin geworden. Ihre Mutter läuft schnell wie eine Antilope. Sie will das Preisgeld im Marathonlauf gewinnen, damit das Kind operiert werden kann. Das misslingt, aber durch viele Spenden kann Sisanda operiert und geheilt werden.

Beurteilungstext

Der Titel des Buches ist auf den ersten Blick irreführend. Man vermutet nicht gleich die Geschichte eines schwer herzkranken Kindes unter dieser Überschrift, zumal das Titelbild ein dunkelhäutiges Mädchen zeigt, das einem ernst anblickt und eine Hand auf ein rotes gemaltes Herz hält.
Recht genau werden die Umstände dieses Kindes geschildert: Das Leben mit der Großmutter, der Mutter in einem kleinen Dorf in Afrika. Der Vater fernab der Familie, um auf einer Baustelle Geld zu verdienen. Die jährliche beschwerliche Fahrt zum Arzt, der sich stets wundert, dass das Mädchen noch lebt und den Preis für eine lebensrettende Operation nennt. Das alles ist für kindliche Leser eindrucksvoll berichtet. Auch das kranke Mädchen weckt Empathie.
Befremdlich wirkt das Verhalten der Mutter, die Antilopenfrau genannt wird und den Drang hat, jeden Morgen weite Strecken zu rennen. Warum sie diesen Drang verspürt, wird nur insofern erklärt, als dass sie schon im Bauch ihrer Mutter als Embryo gerannt ist. Ganz mystisch wird es, als die Mutter beim Training für den Marathonlauf von einem gelben Skorpion gebissen wird. Unmöglich, dass sie weiterlaufen kann, ja, sie kämpft mit dem Tod. Die Lehrerin des Dorfes besorgt einen Arzt. Die Großmutter bereitet eine Salbe zu und verstärkt deren Wirkung mit den Zaubersprüchen der Wachawi.
Bis dahin kann man das noch gut heißen. Dann aber wird das kranke Mädchen mit der Großmutter an einem geheimen Ort die Ahnen mit einem Geschenk herbeirufen. Als eine Antilope kommt, hat das mit dem Wünschen wohl geklappt, zumal das Mädchen der Mutter eine Kette mit einem Büschel Antilopenfell umlegt.
Die Mutter gesundet, nimmt am Marathon teil, gewinnt ihn nicht. Die Mutter begeistert die Zuschauer und als diese den Grund ihrer Teilnahme erfahren, spenden sie so viel, dass Sisanda operiert werden kann.
Unrealistisch ist der Zeitpunkt. Alle im Dorf haben den Lauf auf einem Fernsehgerät zugesehen. Sisanda bricht zusammen, aber als sie wieder zu sich kommt, ist sie bereits operiert...

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Diese Rezension wurde verfasst von RPLTLD.
Veröffentlich am 01.01.2010