Max, der Gemüseheld
- Autor*in
- Wilson, Henrike Quint, Sabrina Maria
- ISBN
- 978-3-8369-6328-2
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- Deutsch
- Illustrator*in
- Wilson, Henrike
- Seitenanzahl
- 32
- Verlag
- Gerstenberg
- Gattung
- BilderbuchBuch (gebunden)
- Ort
- Hildesheim
- Jahr
- 2025
- Preis
- 15,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Ein Fuchs mit eigenem Gemüsegarten, ein wunderschönes Huhn namens Wilma und zwei missgünstige Nachbarn. Das sind die "Zutaten" für diese Kochgeschichte. Heraus kommt ein fröhliches Festmahl für alle Tiere des Waldes. Atmosphärisch gelungen erzählt von Sabrina Maria Quint und Henrike Wilson und pointiert witzig gezeichnet von letzterer.
Beurteilungstext
Max ist ein Fuchs mit klaren Vorstellungen: Am allerliebsten werkelt er im eigenen Garten, dicht gefolgt von seiner zweiten Leidenschaft, dem Zubereiten leckerer Mahlzeiten mit pflanzlichen Produkten aus eigenem Anbau.
Wolf und Bär finden so eine artuntypische Ernährung nicht normal und denken sich jede Menge spöttische Schimpfnamen für ihren Nachbarn aus. Solange, bis dem Fuchs der Kragen platzt. Er schnappt sich auf einem Bauernhof das hübscheste Huhn und spaziert mit knurrendem Magen und Huhn Wilma unterm Arm nach Hause. Bär und Wolf sind ihm stets auf den Fersen und beim Geruch der leckeren Düfte aus Max' Küche läuft ihnen das Wasser im Maul zusammen. Ob sie sich bei ihm zum Abendessen einladen können? Und was wird der "Gemüseheld" ihnen wohl servieren?
Max ist eine einhundertprozentig sympathische Identifikationsfigur. Das lösen zunächst die liebevollen, wenig detailreichen, dafür aber pointierten Zeichnungen von Henrike Wilson aus. Jedes Gefühl, das Max zur Schau trägt, lässt sich direkt an seinem Gesichtsausdruck ablesen. Dass das vermenschlichte Waldtier dabei Schürze und Gummistiefel trägt, scheint ebenso natürlich, wie sein Hantieren in der kleinen gemütlichen Einbauküche, die Mittelpunkt seines kleinen Heims am Waldrand ist. Max ist mit sich völlig im Einklang. Aus der Ruhe bringt ihn erst das penetrante Infragestellen seiner Lebensweise durch die Nachbarn Bär und Wolf. Wer kennt solche Mitmenschen nicht? Vegetarier jedenfalls schon. Ob gewollt oder nicht, sie erfahren regelmäßig die zweiflerischen bis abschätzigen Reaktionen, ob denn eine pflanzenorientierte Ernährung lecker, gesund, normal sein kann.
Das Infragestellen eigener Wege von außen lässt sich natürlich auch auf alle anderen Bereiche übertragen. Und das kennen auch Kindergartenkinder schon. Wenn das Umfeld skeptisch reagiert, ist man plötzlich nicht mehr so sicher, ob das eigene Lieblingsspielzeug, die Kleidung, die Frisur oder was auch immer wirklich schön und richtig für einen ist.
Dieses witzige Bilderbuch macht durch Leichtigkeit Mut, selbstbewusst dem eigenen Weg zu folgen und sich – wie der Fuchs - mit einem Lächeln auf dem Gesicht nicht von den eigenen Überzeugungen abbringen zu lassen.
Sprachlich kommt das Buch nicht ohne Anspruch daher. Zwar ist die Satzkomplexität für Vierjährige völlig angemessen, jedoch werden regelmäßig Wörter eingeflochten, die über den Grundwortschatz hinausgehen ("geschäftig", "hegen", "genüsslich"). Hier kommen wieder die wunderschönen Illustrationen zum Tragen. In Kombination mit diesen farblich klaren, harmonischen Bildkompositionen und überschaubar dargestellten Szenen lassen sich beim Vorlesen alle schwierigen Textstellen gut erklären und können nebenbei zu einer Erweiterung des kindlichen Wortschatzes beitragen.
Das überraschende Ende des Buches ist witzig und macht Lust auf gemeinsames selber Kochen.
Eine klare (Vor-)Leseempfehlung, die auf jeden Fall zum Gespräch anregt!