Leo & Leo - Der große Pavaruso

Autor*in
Bungter, Tobias
ISBN
978-3-8415-0411-1
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Köhrsen, Andrea
Seitenanzahl
138
Verlag
Oetinger TB
Gattung
Erzählung/RomanTaschenbuch
Ort
Hamburg
Jahr
2016
Lesealter
8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
5,99 €
Bewertung
eingeschränkt empfehlenswert

Teaser

Ein flüssig zu lesender Rätselkrimi, der sicher für den einen oder die andere kindliche Leser*in spannende Lesestunden bereitet.

Beurteilungstext

Rätselkrimis haben ihren ganz eigenen Leseanreiz. Sie fordern zum genauen Lesen auf, ohne dass die didaktische Intention des Leseverständnisses allzu offen im Vordergrund steht. Sie fordern dazu heraus, beim Lesen Hypothesen zu bilden und mitzudenken. Damit eröffnen sie den Horizont für das, was Krimis in der Regel auch für Erwachsene ausmacht: Wir Lesenden werden zu Co-Detektiven, manchmal sind wir besser als diese, manchmal fallen wir mit unseren Hypothesen aber ganz schön auf die Nase.

Das vorliegende Buch ist der dritte Band einer Krimireihe um das Zwillingspaar Leonie und Leonard.

Zum Inhalt:
Die englische Queen hat zum Geburtstag den bekannten Sänger Pavaruso eingeladen - und auch die Zwillinge! Kurzfristig sagt Pavaruso ab und die Zwillinge wittern ein Verbrechen. Sie machen sich auf nach Venedig, wo Pavaruso wohnt. Mit Hilfe verschiedener Menschen, die Leo und Leo kennenlernen und natürlich der scharfen Kombinationsgabe der Zwillinge können verschiedene Verbrechen aufgeklärt werden:
- Ein Überfall auf die Bank of England.
- Das Rätsel um das Seeungeheuer Adrian, das Venedig in Erschütterung bringt.
- Die Entführung des Sängers Pavaruso.
Und natürlich hängt alles zusammen. Der böse "Professor", der schon in den ersten Bänden der Schurke war und entkommen konnte, steckt hinter allem. Mit Hilfe der besonderen Sangeskunst von Pavaruso hat der Professor einen Wal nach Venedig gelockt, der das Ungeheuer ist und durch seine Größe auch schon erste Brücken zum Einsturz brachte. Dadurch bleiben die Touristen weg und die Immobilien in Venedig werden billiger, so dass der Professor Venedig mit dem Geld der Bank of England aufkaufen kann.
Zum Glück können die Zwillinge alles vereiteln, Pavaruso befreien, die Walmutter wieder ins offene Meer zu ihrem Walbaby bringen. Fast alles ist gut - nur der Professor entkommt. Was er als nächstes vorhat, das kann man dann wohl in Band 4 nachlesen.

Die Story ist flüssig erzählt, die Erzählinstanz fokaslisiert nah an die Perspektive der Zwillinge, so dass wir als Lesende in der Regel den gleichen Informationsstand haben wie sie. Die Handlung ist allerdings recht holzschnittartig. Zu häufig wechseln Handlungsorte und Handlungsstränge, als dass dabei Tiefe entstehen kann. Dadurch bleiben Figuren und Orte klischeehaft und oberflächlich. Zu viele Zufälle und zu viele "besondere Unterstützung" machen die Handlung wenig glaubwürdig - aber es wird damit sicherlich so manche Traumvorstellung von Kindern bedient, was sich lesemotivierend auswirken kann. Sprachlich wird viel mit den Namen gespielt, die klanglich an bekannte Personen und Marken angebunden sind. Die Schmuggelware in einem Fass besteht aus Markenartikeln: "Lutschi, Prahla, Werzatsche, Molex, Mollelore, Äbbel". Sowas ist ganz lustig und trifft sicher so manchen Kinderhumor - wenn die Anspielungen denn verstanden werden.

Die Erzählung wird in 30 kurze Kapitel gegliedert. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine Rätselfrage, die entweder durch aufmerksames Lesen des Kapitels, aufmerksames Betrachten eines Bildes oder aber auch das Rückerinnern von Einzelheiten aus vorangegangenen Kapiteln gelöst werden kann. Die Auflösung erfolgt im nächsten Kapitel. Damit sind die Lösungen handlungsrelevant und durchaus spannend. Unter leseförderlichen Aspekten sind die Fragen gut gewählt und ein positiver Aspekt des Buches.

Wäre es gelungen, mehr Tiefe in das Buch zu bringen, dann wäre es ein sehr empfehlenswertes Buch. Durch die Oberflächlichkeit und die vielen Zufälle, die letztlich handlungsbestimmend, aber sehr unwahrscheinlich sind, ist das Buch allerdings nur eingeschränkt empfehlenswert, auch, wenn sicher viele Kinder ein paar vergnügliche Lesestunden mit dem Buch verbringen können.

Christoph Jantzen, AJuM Hamburg

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von Christoph Jantzen; Landesstelle: 15 Hamburg.
Veröffentlich am 23.09.2017

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