Kanak Kids. Halb angepasst und voll dazwischen

Autor*in
Dimitrova, Anna
ISBN
978-3-03880-179-5
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Seitenanzahl
384
Verlag
Arctis
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Hamburg
Jahr
2024
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüre
Preis
19,00 €
Bewertung
empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Dessi ist sechzehn und führt ein Doppelleben. Sie wohnt in einem Münchner Viertel, in dem vor allem Einwohner mit Migrationshintergrund leben, die sich über die typisch spießigen deutschen Stereotypen lustig machen. In der Schule jedoch ist sie „Daisy“, eine sehr korrekte und angepasste Schülerin. Sie lebt einen gewagten Balanceakt, der nicht immer gut gehen kann.

Beurteilungstext

Anna Dimitrova schreibt in ihrem Roman „Kanak Kids: Halb angepasst und voll dazwischen“ über die allgemeinen Schwierigkeiten Jugendlicher in Deutschland. Als Setting hat die Autorin hierfür einen Münchner Vorort und ein Münchner „Elite“-Gymnasium gewählt.
Protagonistin ist in ihrem Werk Dessi. Dessi ist eine etwas fülligere sechzehnjährige Osteuropäerin mit braunen Korkenzieherlocken und braunen Augen. Sie hat eine beste Freundin im Viertel und einen schwulen besten Freund, der aufgrund seines Outings ein paar Probleme in dem Viertel hat.
Allgemein lässt sich sagen, dass unabhängig von dem geschilderten Bildungsgrad in diesem Viertel, in dem die Menschen sich eher praktischen Dingen widmen als viel zu philosophieren, der Zusammenhalt der Gemeinschaft, meiner Meinung nach, beneidenswert erscheint. Es werden Gruppenaktivitäten und Traditionen aufrechterhalten, die Familie ist immens wichtig und die Kultur steht, manchmal zu sehr, im Vordergrund.
Konträr dazu besucht Dessi ein gutes Gymnasium in der Münchner Innenstadt. Dort trägt sie eine blonde Perücke, blaue Kontaktlinsen und keine Jogginghose mehr. Sie zieht sich jeden Tag in der U-Bahn-Station um, nachdem sie sich von ihren Freunden verabschiedet hat, die nur auf eine örtlich nähergelegene Realschule gehen.
In der Schule ist sie „Daisy“. Diesen Spitznamen hat sie von ihrer besten Schulfreundin bekommen, da er „cooler“ klingt. Als angepasste Jugendliche war ihr der Spitzname natürlich willkommen. Ebenfalls hat Daisy einen Schwarm an der Schule, der aus der Münchner „Oberschicht“ stammt.
So geht es in dem Werk um den Balanceakt, den Dessi bewältigen muss, um, ihrer Meinung nach, ihren Alltag zu überleben. Da sie jedoch immer allen alles recht machen muss, kann das, situationsabhängig sehr schwierig werden.
Die Geschichte beginnt mit dem Treffen auf einen neuen Schüler an ihrer Schule. Auch ein „Kanak“, der Dessi beim Umziehen erwischt. Aus anfänglichen Fehden wird eine echte Freundschaft und die Geschichte nimmt einen interessanten Lauf.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut an die Jugendsprache der heutigen Zeit angepasst. Ich war ein wenig verwundert, wie befremdlich es im ersten Moment wirkt, wenn man die Gedankengänge von Dessi und die Unterhaltungen liest, da man selbst als Erwachsener nicht mehr so spricht, aber man dennoch die Formulierungen und auch das Vokabular wiedererkennt.
Man bemerkt, dass für das Werk sehr viel Recherche betrieben wurde, um es so realistisch wie möglich zu halten. Alles zusammen ein sehr gutes Buch über immer noch bestehende Diskrepanzen innerhalb Deutschlands, Charakterbildung und Selbstakzeptanz. Für den privaten Gebrauch aber auch als Lesestoff für die Schule empfehlenswert.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von flo; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 05.11.2024

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