Hugo & Hassan
- Autor*in
- Aakeson, Kim Fupz
- ISBN
- 978-3-95470-238-1
- Übersetzer*in
- Gehm, Franziska
- Ori. Sprache
- Dänisch
- Illustrator*in
- Bregnhoi, Rasmus
- Seitenanzahl
- 104
- Verlag
- –
- Gattung
- Buch (gebunden)Comic / Graphic Novel
- Ort
- Leipzig
- Jahr
- 2020
- Lesealter
- 8-9 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- –
- Preis
- 15,00 €
- Bewertung
Teaser
Hugo und Hassan sind zwei kleine Jungen, die durchaus sehr verschieden sind, aber auch vieles teilen: Sie lieben Fußball, Computerspiele und Arschbomben im Schwimmbad. Sie wären gerne cool, groß und reich. Sie sind unzertrennlich, auch wenn sie sich manchmal ganz schön streiten oder sogar kloppen.
Beurteilungstext
Der Klett-Kinderbuch-Verlag ist bekannt für seine witzigen, frechen und manchmal auch bitterbösen Bücher, in denen es sowohl in den Illustrationen wie auch in den Texten ganz schön „zur Sache“ geht, wie z.B. im ABC der Schadenfreude oder in den Aufklärungsbüchern mit den „101 echten Kinderfragen“.
Mit „Hugo & Hassan“ legt der Verlag nun nach den originellen und erfolgreichen Comic-Erzählungen über Mira (z.B. #freunde#verliebt#einjahrmeineslebens) und ihre weiblichen Coming-of-Age Erfahrungen und Erlebnisse, zehn Comic-Geschichten oder Episoden in einem Band für „Miras kleine Brüder“ vor. Vom dänischen Kinderbuchautor Kim Fupz Aaekson erfunden und von Rasmus Bregnhoi großartig illustriert bieten die Geschichten ein Feuerwerk an ziemlich typischen Jungsgeschichten. Rotzfrech und völlig unpädagogisch geht es hier zu: Sei es im Schwimmbad, wo sie sich mehr als despektierlich über den Runzelopa lustig machen und über den strengen Schwimmmeister herziehen oder wie sie mit den Zwillen des Opas Jagd auf „Nazischweine“ machen. Schon wie sie sich kennenlernen ist ein Vergnügen: Hugo muss auf dem Hof mit dem reparierten Fahrrad fahren, wozu er keine Lust hat. Dann taucht Hassan auf und sie mokieren sich über ihre Namen, beschimpfen sich und nennen sich „Loser“. Als dann Hugos Mutter beim Abendessen fragt, mit dem er gesprochen habe im Hof, sagt er stolz: „Mit meinem neuen Freund.“ Sie werden tatsächlich beste Freunde, spielen ziemlich üble Spiele am Computer (sicher nicht erlaubt!) und haben gute Ideen: So wollen sie durch Flaschensammeln so reich werden, dass sie eine große Firma aufmachen und jede Menge kleine „Hosenscheißer“ als Verkäufer einstellen können. Am Ende haben sie leider überhaupt nur eine Flasche gefunden und die ist auch noch pfandfrei!
Besonders gelungen und witzig ist, dass sie in jeder Episode als Großmäuler und Wichtigtuer auftreten und schließlich als solche entlarvt werden: Im Schwimmbad kriegen sie es auf dem 10-Meter-Brett ebenso mit der Angst zu tun wie an Halloween, wo sie am Ende vor dem jeweils anderen fast zu Tode erschrecken. Oder wie sie die Hipster mit den Skateboards und ihren „Talk“ bewundern und dann ziemlich schief imitieren. Oder wie sie ruck-zuck aus dem Karate-Kurs aussteigen, weil es da höflich und diszipliniert zugeht und nicht wie in den Video-Spielen gezeigt: „Wenn einer frech ist, zack, bumm, erledigt“.
Munter interkulturell geht es natürlich bei ihnen auch zu, z.B. in der Episode um Hassans Fasten am Ramadan.
„Vom Gameboy zum Bücherjungen mit Hugo & Hassan“ – so bewirbt der Verlag das Buch. Ob das klappen kann? Ich befürchte, dass Hugo und Hassan von Lehrerinnen eher nicht gemocht werden angesichts ihrer doch sehr frechen Kindersprache und dem Fehlen des erzieherischen Eingreifens. Und ob unsere Kinder wirklich so sprechen? Ich bin nicht sicher. Aber kindliche Comicleser könnten wohl Spaß an diesen Geschichtchen haben.