Hirsch, Hase, Bär und noch so viel mehr

Autor*in
Baron, Anna
ISBN
978-3-407-77234-3
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Deutsch
Illustrator*in
diverse andere Illustrator:innen, Meyer-Rey, Ingeborg
Seitenanzahl
397
Verlag
Beltz & Gelberg
Gattung
Buch (gebunden)
Ort
Weinheim
Jahr
2025
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahreab 18 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreVorlesen
Preis
20,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Diese Geschichtensammlung mit Kindergeschichten aus der DDR-Zeit ist ein wahrer Schatz. Sie offeriert eine Fülle an verschiedenen kinderliterarischen Texten von namenhaften Autor*innen, die in der DDR populär waren und zeigt, dass diese auch heute noch äußerst lesenswert sind.

Beurteilungstext

In diesem umfangreichen Kompendium findet sich eine reichhaltige Kindergeschichtensammlung aus der DDR, die zeigt, dass es sich lohnt, diese auch heute noch zu lesen. Mit Fred Rodrian, Benno Pludra (leider versehentlich einmal als Plundra bezeichnet, ein ärgerlicher Fehler des Lektorats!), Elisabeth Shaw und Ingeborg Meyer-Rey sind hier Narrative populärer DDR-Kinderbuchautor*innen versammelt, um nur einige der großen Auswahl zu nennen. Sie erzählen vom Schneemann, dem die Nase gestohlen wurde, vom kleinen Angsthasen, vom Geburtstag der Schildkröte, von Stadtmaus und Landmaus und vom Bärenhaus. Ein Highlight ist und bleibt Hannes Hüttners Geschichte „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“, die bis heute in Ost und West rezipiert wird und durch Reim und Witz zeitlosen Charakter hat. Ideologisch überfrachtete Geschichten finden sich nicht. Der zeitlose Charakter wohnt Geschichten vom Puppendoktor (Walter Krumbach) oder vom „Jörg, der Zahnweh hatte“ (Hanna Künzel) zwar nicht inne, zu moralisch ihr Unterton und zu überholt ist das präsentierte Geschlechtsrollenbild, wenngleich "Mutti" hier natürlich zur Arbeit geht, dennoch eröffnen auch sie einen wunderbaren Einblick in 40 Jahre kinderliterarisches Schaffen und Erzählen in der DDR, das es bis heute zu würdigen und zu bewahren gilt. An ebendieser Aufgabe hat der Band entscheidenden Anteil, denn er hilft dabei, die Geschichten nicht zu vergessen und tradieren. Ein Großteil der Erzählungen stammt ursprünglich aus Bilderbüchern. Zwar nehmen die Illustrationen in diesem Band breiten Raum ein, dennoch geht ein Teil der Bildebene verloren, was ein bisschen schade ist. Insgesamt aber offeriert der Band eine Fülle an wunderbaren Geschichten und zeigt, dass es sich auch heute noch lohnt, sich mit den kinderliterarischen Klassikern der DDR auseinanderzusetzen und sich an diesen zu erfreuen. Eben darum ist es auch bedauerlich, wenn Pludra als Plundra bezeichnet wird, weil es ja auch darum geht, die Namen bedeutender Autor*innen zu tradieren. Fazit: Eine großartige Fundgrube für Jung und Alt, die sich zum gemeinsamen Vorlesen einlädt und nachhaltig zur Bewahrung des kommunikativen DDR- Gedächtnisses beiträgt.

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Diese Rezension wurde verfasst von Kirsten Kumschlies; Landesstelle: Rheinland-Pfalz.
Veröffentlicht am 02.12.2025