Helsin Apelsin und der Spinner

Autor*in
Höfler, Stefanie
ISBN
978-3-407-81006-9
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Kuhl, Anke
Seitenanzahl
206
Verlag
Gattung
Erzählung/RomanTaschenbuch
Ort
Weinheim
Jahr
2021
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
8,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Die Zweitklässlerin Helsin ist etwas besonders. Sie ist aktiv und fröhlich, doch wenn der Spinner über sie kommt, dann geht man ihr besser schnell aus dem Weg. Das weiß der Neue, Louis, aber noch nicht und als er sie mit dem Spitznamen „Helsin Apelsin“ ärgert, kommt es zum Eklat. Erst mit der Zeit entdeckt Helsin auch ganz andere Seiten von Louis…

Beurteilungstext

Helsin, das aufgeweckte Mädchen mit der Erdbeermütze, hat Ärger in der Schule, denn der Neue, Louis, findet den Reim „Helsin – Apelsin“ so komisch, dass Helsin merkt, wie die Wut in ihr hochkocht und sie ihm eins auf die Nase gibt. Später entschuldigt sie sich, aber auch die ganze Klasse (liebevoll von der Lehrerin „die Zwerge“ genannt) weiß, dass Helsin es nicht immer leicht fällt, ihre Wut und Energie unter Kontrolle zu behalten. Sie läuft in den Pausen Runden ums Schulhaus oder springt Trampolin, aber trotzdem taucht ab und zu noch „ihr Spinner“ – so wird ihr Wutanfall genannt - auf. So auch, als Louis sie ärgert. Außerdem merkt sie, dass er die Aufmerksamkeit ihrer Freunde auf sich zieht und das kann Helsin nicht auf sich sitzen lassen. Deshalb entführt sie heimlich Louis‘ Fidschileguan, auch wenn sich das gleich schon nicht richtig anfühlt. Doch schon nach einiger Zeit merken Louis und Helsin, dass sie gemeinsame Wurzeln in Skandinavien haben und arbeiten einen Vortrag (und nebenbei noch einen Fluchtplan an Finnland) dazu zusammen aus. So wird aus der anfänglichen Abneigung doch Freundschaft, die Helsin zu weiteren wichtigen Erkenntnissen führt.

Es ist eine turbulente und witzige Geschichte, die Stefanie Höfler über Helsin und die „Zwerge“ aus der 2. Klasse beschreibt. Sie nutzt dafür eine personale Erzählinstanz, so dass man als Leser:in auch in die Gedanken von Helsin eintauchen kann und viel von ihrem Blick auf die Welt erfährt. Die komischen, handlungsreichen Szenen kommen zum einen durch die eigenwillige Hauptfigur und zum anderen durch ungewöhnliche Begebenheiten zustande, wie z.B. die Tatsache, dass ein Kind seinen Leguan mit in die Schule bringt, der auch noch grünes Zeug auf die Schulter des Besitzers kackt. Aber auch die Nebencharaktere werden großartig von der Autorin in Szene gesetzt. Da gibt es zum einen Helsins Freund, Tom, der sie genau zu kennen scheint und auch mit ihren Macken gut umgehen kann. Die Lehrerin, Frau Coroni, die mit einem großen Herzen und viel Verständnis mit ihrer Klasse arbeitet und auch die Eltern von Helsin, die offen und aufgeklärt, aber auch einfühlsam mit ihrer Tochter umgehen. So schafft es Helsin am Ende, sich auf Louis einzulassen, den Leguan zurückzugeben und gleichzeitig noch mehr über ihre finnische Großmutter, aber auch über Louis‘ alten Großvater zu lernen.

Die kurzen Kapitel des Taschenbuchs eignen sich hervorragend zum Selberlesen. Die Sprache ist sehr gut verständlich, mit vielen Dialogteilen, aber auch immer wieder beschreibenden Passagen, so dass die Szenen sehr gut verstellbar sind. Die Kapitelüberschriften geben schon einen ersten Einblick und machen neugierig, z.B. mit dem Titel „Wie Helsin zum ersten Mal zur Diebin wird“.

Unterlegt werden die Kapitel jeweils mit 1-2 Zeichnungen von Anke Kuhl, die in Grautönen gehalten sind. Sie schaffen es hervorragend, ein Bild von Helsin zu zeichnen jeweils auch mit ihren Emotionen. Da sieht man sie zum Beispiel wütend auf den Boden aufstampfen oder mit ihrem Freund um den Schulhof rennen. Gleichzeitig kommt die freche und vorwitzige Art der Figur durch den Lockenkopf und die Grimassen hervorragend zum Ausdruck.
Insgesamt ist es ein sehr lesenswertes Buch über ein besonderes Mädchen und ihren Alltag, der mitunter schnell zum Abenteuer werden kann. Es ist sehr zu empfehlen und auch als Schullektüre oder Vorlesebuch in der Schule gut einzubinden.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von ar; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 28.11.2021

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