Großer Bär

Autor*in
Place, Francois
ISBN
978-3-414-82007-5
Übersetzer*in
Ott, Bernadette
Ori. Sprache
Französisch
Illustrator*in
Place, Francois
Seitenanzahl
64
Verlag
Boje - Pestalozzi
Gattung
BilderbuchSachliteratur
Ort
Erlangen
Jahr
2006
Lesealter
6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
16,90 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Der Steinzeitjunge Kaor träumt davon, ein großer Jäger zu werden wie sein Vater. Doch als er seinem Schutztier, dem Großen Bären, tatsächlich begegnet, wird er von dem Bären verwundet und kann nur noch humpeln. Mitglieder eines fremden Stammes versorgen ihn und bringen ihn zurück zu seinem Clan, doch dieser will zunächst nichts mehr von ihm wissen. Erst als Kaor, geführt vom Geist des Bären, den Anführer besiegt und dann verschont, wird er akzeptiert und darf mit seinen Freunden bleiben.

Beurteilungstext

Eine Geschichte voll urwüchsiger Kraft, archaisch in Sprache und Aufbau, voller Weisheit wie alte Sagen und Mythen. Man fühlt sich beim Lesen in jene Vorzeit unserer frühen Ahnen versetzt, eine Welt, in der die Natur stets die Stärkere ist, die Menschen sich aber noch bereitwillig in ihre Abläufe, Beziehungen und Abhängigkeiten fügten und daher im Einklang mit eben dieser Natur lebten. Sie waren sich schon mancher Fähigkeiten bewusst, betrachteten aber Tiere und Natur als belebte und beseelte Geschwister mit eigenen Kräften, eigenen Geistern und aktiver Entscheidungsgewalt. Auch Jagd und Tod waren kein Zufall, kein Glück oder Unglück, sondern Zeichen gegenseitiger Abhängigkeit und gleichberechtigter Position.
Aus dieser Welt, in der keiner allein oder auf Kosten Anderer überleben konnte, entwickelt sich das Schicksal des jungen Mannes Kaor, sein Weg, der mit Fantasien von Macht und Erfolg beginnt, zunächst scheinbar völlig scheitert, dann aber neue Dimensionen eröffnet und in größeren Erfolgen, aber anders als geplant, endet.
Die riesigen, oft doppelseitigen Bilder zur Geschichte zeigen eindrucksvoll den Kampf der kleinen und schwachen Menschenwesen um das tägliche Überleben, die gewaltigen Dimensionen einer noch übermächtigen Natur, aber auch die Fähigkeiten des Menschenvolkes, durch Gemeinschaft und den Gebrauch von Waffen und Werkzeugen sich gegen die Gefahren der Umwelt zu behaupten und Macht und Einfluss zu gewinnen. Großflächige bläuliche und grünliche Hintergründe kontrastieren dabei wirkungsvoll mit den tuschegezeichneten Figuren und Details. Alles überragt dabei die gottähnliche Figur des Großen Bären, der wachend und wissend das Schicksal des Jungen begleitet und kommentiert.
Wundervoll und ganz ungewöhnlich gestaltet, dieses Bilderbuch und von starker unterschwelliger Wirkung. Eine Geschichte wie aus einer anderen Welt, die aber unsere Vergangenheit war.

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Diese Rezension wurde verfasst von bh.
Veröffentlicht am 01.01.2010

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