Goethe und des Pudels Kern

Autor*in
Venzke, Andreas
ISBN
978-3-401-05994-5
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Puth, Klaus
Seitenanzahl
112
Verlag
Arena
Gattung
Ort
Würzburg
Jahr
2007
Lesealter
12-13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Preis
7,95 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Einführung in Goethes Leben, Werk und Zeit.

Beurteilungstext

Rechtzeitig zu Goethes 175. Todestag erscheint in der Arena Bibliothek des Wissens ein neues Buch, das versucht, vor allem jungen Menschen die persönliche Begegnung mit dem deutschen Dichterfürsten schlechthin und seinem Werk zu ermöglichen und zu erleichtern. "Johann Wolfgang von Goethe - das Ausnahmegenie, Schriftsteller, Staatsmann, Philosoph, Naturforscher und Künstler in einer Person", so steht es auf dem Cover des Buches, und sein Verfasser Andreas Venzke, dem schon bei Christoph Columbus eine ungewöhnlich überzeugende Annäherung an die Person gelang, versucht in der "Lebendigen Biographie", dem Leser diese große Persönlichkeit mit ihren schillerndes Aspekten näherzubringen. Das ist ihm auch hier ausgesprochen geglückt.
Wer sich in dem Buch festliest oder es gar (empfohlen!) von vorn bis hinter durchliest, der hat nicht nur ein umfassendes Dichterporträt vermittelt bekommen, sondern auch ein gutes Stück Kulturgeschichte, die von den Ideen, Erkenntnissen und Wissensströmungen der Zeit zeugt.
Beim ersten Durchblättern stutzt man ein wenig ob der gar so respektlosen Illustrationen. Goethe ist immer "der Goethe" auf den Bildern, mit dem Gesicht des älteren Geheimrats, auch wenn er noch im Kinderwagen liegt und auf dem Boden krabbelt. Das wird vor allem die jugendlichen Leser amüsieren und ihnen ein wenig die "Furcht der Begegnung" mit dem edlen großen Deutschen nehmen. Das übrige Bildmaterial ist durchaus authentisch: Abbildungen von zeitgenössischen Gemälden und Stichen, Bilder damaliger Zeitgenossen, Illustrationen zu und aus Goethes Werken, Bauwerke der Zeit. Es entsteht ein lebendiges ideen- und zeitgeschichtliches Bild.
Auch vom Text her ist eine originelle Biographie, denn Venske wählt die Form der Autobiographie. In Ich-Form lässt er Goethe sein Leben selbst erzählen, jedenfalls in vielen Kapiteln, zwischen die dann Sachkapitel eingeschoben sind, die inhaltlich das erforderliche Hintergrundwissen liefern. Venske gibt so ein Bild Deutschlands zu Goethes Zeiten, erläutert die Epochen der Aufklärung sowie des Sturm und Drang, den Einfluss des klassischen Theaters, die damalige Begeisterung für die Antike. Eine zentrale Rolle unter den hier behandelten Werken nimmt Goethes Faust ein; auch hier lässt Venske Goethe immer wieder selbst (in fiktiven Äußerungen) zu Worte kommen.
Insgesamt entsteht so für den Leser eine ungewöhnliche, aber tiefgehende Begegnung mit dem großen deutschen Dichter, die jeder Lektüre vorausgehen sollte. Wie viel einfacher ist das Werk zu verstehen vor einem so lebhaft vermittelten "bildungspolitischen" Hintergrund.
Das Buch gehört in jede Lehrer- und Schülerbibliothek.

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Diese Rezension wurde verfasst von avn.
Veröffentlich am 01.01.2010

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