Gideon Green. Das Leben ist nicht schwarz-weiß

Autor*in
Henry, Katie
ISBN
978-3-7348-8239-5
Übersetzer*in
Emmert, Anne
Ori. Sprache
Amerikanisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
384
Verlag
Magellan
Gattung
Erzählung/RomanKrimiTaschenbuch
Ort
Bamberg
Jahr
2024
Lesealter
14-15 Jahre16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüre
Preis
10,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Nach einem Ereignis in der Schule hat der sechzehnjährige Gideon Green sein Dasein als Detektiv eigentlich aufgegeben, doch als seine ehemals beste Freundin Lily ihn um Hilfe bei einem Fall bittet, ist er dabei. Schnell merken die beiden Jugendlichen jedoch, dass sie einer gefährlichen Verschwörung auf der Spur sind, für deren Geheimhaltung sogar Menschen ermordet werden. Können Gideon und Lily diesen Fall trotz ihrer komplizierten Vergangenheit lösen und die Sache unbeschadet überstehen?

Beurteilungstext

Der Jugendkriminalroman „Gideon Green“ von Katie Henry überzeugt vor allem durch seinen humorvollen und schlagfertigen Protagonisten Gideon Green. Das Cover des Taschenbuchs ist grün und verfügt lediglich über den magentafarbenen Aufdruck des Titels. Damit hebt sich das Buch deutlich von anderen Werken, die über farbenfrohe, kunstvollgestaltete Cover verfügen, ab. Dies ist jedoch keinesfalls als negativer Kritikpunkt zu betrachten, schließlich bewahrt das Buch so seine Geheimnisse und neugierige Leserinnen oder Leser müssen die Rückseite des Buches lesen, um zu wissen, worum es geht. Ein Buch, das man einmal in der Hand hat, lässt sich schwerer wieder weglegen. Gerade dieser Jugendkriminalroman ist es allerdings auch unbedingt wert, festgehalten zu werden. Gemeinsam mit dem sechzehnjährigen Protagonisten begeben sich die Leserinnen und Leser auf die Fährte echter Gangster.

Die tiefgründige Erzählung ist gespickt mit Film-noir-Vergleichen und spannenden Ermittlungen. Die Charaktere sind heterogen und vielschichtig konzipiert, sodass für alle Lesenden eine Figur dabei sein sollte, mit der sie sich identifizieren können. Gideon fühlt sich mit seinem Trenchcoat, seinem Fedora und seiner Liebe für Film-noir oft fremd und unverstanden. Er hat früh seine Mutter verloren und sein Vater verbringt mehr Zeit in seinem Restaurant als bei seinem Sohn. Trotzdem steht Gideon zu sich selbst und hat keine Angst davor, anderen seine Meinung zu sagen. Er hat eine gute Kombinationsgabe und auch wenn er oft vorschnell handelt, ist er sehr klug. Lediglich seine emotionale Intelligenz lässt zu Wünschen übrig, was ihn des Öfteren in Schwierigkeiten bringt. Im Verlauf der Erzählung reflektiert Gideon sein Verhalten jedoch immer wieder.

Auch andere Figuren, wie Gideons Vater beispielsweise, handeln reflektiert und geben ihre Fehler zu, wodurch auch die Leser wichtige Botschaften für sich aus der Geschichte mitnehmen können. Gideons ehemalige beste Freundin Lily wächst bei kreativen und etwas chaotischen lesbischen Müttern auf. Sie ist fleißig und tut alles für eine ausgezeichnete College-Bewerbung, allerdings fällt es ihr schwer Rückgrat zu zeigen und sie wählt häufig den leichtesten Weg. Im Laufe der Geschichte durchläuft sie jedoch einen Wandel, sodass sie es am Ende schafft, für sich und ihre Story einzustehen und zu beweisen, dass sie das Potenzial zur Chef-Redakteurin der Schülerzeitung hat. Die amtierende Chef-Redakteurin der Schülerzeitung, Tess, ist ein offenes und selbstbewusstes Mädchen, das in der Vergangenheit sowohl Jungen als auch Mädchen gedatet hat. Sie hat als kleines Kind zwei Finger durch einen Feuerwerkskörper verloren und geht mit Bemerkungen zu diesem Thema schlagfertig um. Sie stellt in der Geschichte eine starke Frauenrolle dar und zeigt, dass ein Tiefschlag nicht dein ganzes Leben bestimmt. In keinem Moment wirkt sie schwach, hilflos oder bemitleidenswert. Tess ist wortgewandt und klug. Sie ist zur Schülerzeitung gegangen, um Geschichten möglichst vollständig zu erzählen, weil sie es nicht möchte, wie die Zeitungen damals ihre Geschichte mit dem Feuerwerkskörper dargestellt haben.

Durch die Schülerzeitung verdeutlicht der Roman außerdem, dass es wichtig ist, Medien kritisch zu reflektieren, da Geschichten immer eine Perspektive haben. Insgesamt befasst sich der Roman vor allem mit den Themen Außenseiter, Selbstfindung, Familie, Freunde und Liebe. Allerdings werden in der Erzählung auch Mord, Drogen und das Finden einer Leiche thematisiert, weshalb der Jugendkriminalroman dennoch mit Bedacht ausgewählt werden sollte. Auch wenn er für Jugendliche ab 13 Jahren empfohlen wird, kann es dennoch sein, dass er nicht für alle Jugendlichen dieses Alters geeignet ist.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von AnBa; Landesstelle: Hessen.
Veröffentlicht am 20.01.2026

Weitere Rezensionen zu Büchern von Henry, Katie

Henry, Katie

Gideon Green - Das Leben ist nicht schwarz-weiß

Weiterlesen