Ghetto Kidz

Autor*in
Rhue, Morton
ISBN
978-3-473-35292-0
Übersetzer*in
Schmitz, Werner
Ori. Sprache
Amerikanisch
Illustrator*in
Seitenanzahl
247
Verlag
Otto Maier
Gattung
Krimi
Ort
Ravensburg
Jahr
2008
Lesealter
10-11 Jahre12-13 Jahre14-15 Jahre16-17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
12,95 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Schlagwörter

Teaser

Es werden die Stationen eines Ghetto-Kindes in New York geschildert, die den Jungen Kalon ins Zentrum stellen, der als 12-Jähriger mit seiner reduzierten Familie in einer Gegend wohnt, in der sich Banden junger schwarzer Menschen gegenseitig umbringen, um die Vorherrschaft im Waffen- und Drogenhandel zu erringen. Bis zum 18. Lebensjahr wird der Weg Kalons verfolgt, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt.

Beurteilungstext

Die Geschichte gleicht einer Lebenschronik und sie wird aus dem Mund des Ich-Erzählers Kalon vorgetragen. Sie ist spannend wie ein Krimi und zugleich natürlich mit Elementen des Adoleszenzromans versehen. Kalon hat nicht nur eine enge Freundschaft zu einem gleichaltrigen Jungen, die bis zum Ende währt, sondern auch eine enge Liebesbeziehung zu Tanisha, die jedoch just zur gegnerischen Bande gehört. Einerseits ist Kalon der Beschützer seiner “Rest-Familie”, denn die Mutter starb sehr früh, andererseits muss sich der Junge den Gesetzen des Ghettos stellen, sich in seiner Gang hochdienen, obwohl er sich einen anderen Lebensinhalt vorzustellen vermag. So muss er mit ansehen, gar mittun, wie eine Gang aufgerieben wird und sich die befeindeten Banden zu einer zusammenschließen, wo jedoch Korruption, Missgunst, Angst, Mord und Totschlag dominieren, und letztlich gewinnt er die Erkenntnis, dass man schicksalhaft in diese Misere verwickelt ist und kein Ausweg besteht als der, sich abzufinden und mitzumachen. Züge von Menschlichkeit und Bildungsstreben werden langsam verschüttet und dann verhindert. Ohnmacht zwingt den Jungen, selbst zum Verbrecher zu werden. Die Mordanklage ist die logische Folge. Das Geschehen ist zügig dargeboten, die Sprache ist lakonisch verkürzt, die Dialoge sind dramatisch, wodurch insgesamt eine romanhafte Handlung erzielt wird, die jedoch auch durch drastische Milieuschilderungen angereichert wird. Die eingeflochtenen Hinweise auf die politischen Gegendarstellungen, was die Chancengleichheit von Weißen und Schwarzen betrifft, werden durch die Details der Handlung ad absurdum geführt.
Der Autor Rhue hat mit dieser Erzählung nach “Die Welle”, “Ich knall euch ab” und “Asphalt Tribe” einen neuerlichen Höhepunkt seines Schaffens erreicht.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von rene.
Veröffentlich am 01.01.2010

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