Frei Schwimmen - Wer die Wahrheit sucht, muss tief tauchen
- Autor*in
- Baron, Adam
- ISBN
- 978-3-446-26607-0
- Übersetzer*in
- Kollmann, Birgitt
- Ori. Sprache
- Englisch
- Illustrator*in
- Benji, Davies
- Seitenanzahl
- 224
- Verlag
- Hanser
- Gattung
- Buch (gebunden)Erzählung/Roman
- Ort
- München
- Jahr
- 2020
- Lesealter
- 10-11 Jahre12-13 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- Bücherei
- Preis
- 15,00 €
- Bewertung
Teaser
Cymbeline Iglu – Protagonist des vorliegenden Buches – lebt mit seiner Mutter allein.
Er ist neun Jahre alt, sehr sportlich und – bis auf seinen Namen – ein ganz normaler Junge.
Beurteilungstext
Cymbeline Iglu – Protagonist des vorliegenden Buches – lebt mit seiner Mutter, einer Künstlerin, allein. Er ist neun Jahre alt, sehr sportlich und – bis auf seinen Namen – ein ganz normaler Junge.
Cymbelines Vater ist verstorben – das erzählt ihm seine Mutter seit er denken kann. Es gibt von ihm nur ein Bild auf dem Kaminsims. Und wenn die Rede auf ihn kommt, bricht seine Mutter in Tränen aus.
In der Schule wird ein Schwimmwettkampf angekündigt, und ehe Cym sich besinnen kann, wird er von seinem Widersacher herausgefordert und behauptet, super schwimmen zu können. Kann er nicht, weil seine Mutter ihn sein Leben lang von allen Bädern, Flüssen, Seen fern gehalten hat.
Cym stellt es sich leicht vor, outet sich nicht, organisiert sich die alte Badehose seines Vaters und – ertrinkt fast. Das Entsetzen der Lehrerin, aber auch den Hohn der Mitschüler, als er nackt aus dem Wasser gezogen wird, kann man sich vorstellen. Seine Mutter hat einen Nervenzusammenbruch, am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Sein Onkel erklärt ihm, sie sei für eine kurze Zeit in einem Krankenhaus.
Das ist die Geschichte im Wesentlichen und das erzählt Cym uns auf den ersten 40 Seiten.
Dann entwickelt sich der bis dahin locker und lustig erzählte Roman zu einer vielschichtigen Problemgeschichte.
Wir lernen die Familie seiner Tante kennen, die ihn nur widerwillig aufnimmt und in deren sterilem Haushalt es lieblos zugeht. Dazu im Gegensatz Veronique, seine hochbegabte Mitschülerin und ihre warmherzigen, mitfühlenden Eltern.
Cym verkraftet das in seiner etwas naiven, arglosen Art ziemlich gut, versucht nur verzweifelt, seine Mutter zu besuchen und ihr zu versichern, dass alles gut sei.
Er entdeckt zu Hause bisher vor ihm versteckt gehaltene Bilder, auf denen seine Mutter immer wieder sein Kuscheltier gemalt hat und setzt alles daran, das Geheimnis dieses merkwürdigen Verhaltens zu lüften.
Der Autor versteht es bis zum Schluss, den Spannungsbogen zu halten. Man ahnt als Leser schon am Anfang, dass es ein Unglück im Zusammenhang mit Wasser gegeben haben muss, aber der am Ende offenbarte Grund verblüfft dann doch.
Das Buch liest sich flott und leicht, zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse jedoch zu sehr. Seine Mutter wird aus dem Krankenhaus entlassen, plötzlich taucht auch der Vater aus dem Nichts auf. Er ist Schauspieler und den merkwürdigen Namen hat der Junge nach einer Rolle des Vaters bekommen.
Cym zwingt die Erwachsenen zum Gespräch und erfährt endlich seine Familiengeschichte.
Aber das arbeitet der Autor nicht mehr sehr gut aus, die Handlung bleibt nicht länger durchsichtig und logisch, etwas schade.
Dennoch ein empfehlenswertes Buch über psychische Probleme, Freundschaft und Lüge, mit einem Appell vor allem an die Erwachsenen: Habt Vertrauen zu Euren Kindern, speist sie nicht mit Lügen oder Halbwahrheiten ab. Sie können viel besser mit Problemen umgehen, wenn sie die Zusammenhänge und Ursachen kennen.