Erik, der Wikingerjunge
- Autor*in
- Schwieger, Frank
- ISBN
- 978-3-8369-5885-1
- Übersetzer*in
- –
- Ori. Sprache
- –
- Illustrator*in
- Steimann, Janna
- Seitenanzahl
- 48
- Verlag
- Gerstenberg
- Gattung
- BilderbuchSachliteraturBuch (gebunden)
- Ort
- Hildesheim
- Jahr
- 2018
- Lesealter
- 8-9 Jahre10-11 Jahre
- Einsatzmöglichkeiten
- BüchereiFreizeitlektüreKlassenlektüre
- Preis
- 15,00 €
- Bewertung
Schlagwörter
Teaser
Die Geschichten, Mythen und Sagen der legendären Wikinger sind noch lange nicht auserzählt. Das beweist dieses Buch, das von Erik berichtet, einem Wikingerjungen, der sich nach Haithabu aufmacht, um nach seinem Bruder zu suchen. Wir Leser*innen dürfen ihn auf diesem Abenteuer begleiten und erfahren so ganz nebenbei, wie das Leben in Skandinavien vor rund 1200 Jahren gewesen sein könnte.
Beurteilungstext
Erik, der Sohn eines Wikingerbauern, macht sich Sorgen um seinen Bruder Leif. Der ist im Frühjahr, gleich nach der Aussaat, von Haithabu aus mit einem Drachenboot auf Viking, Handelsreise, gefahren. Seit Monaten hat die Familie nichts mehr von Leif gehört. Erik ist erst zwölf, zu jung, um ganz allein nach Haithabu, einem der damals bedeutendsten, an der Schlei gelegenen Handelsorte Nordeuropas, aufzubrechen. Ein Glück, dass Morten, der Skalde, ein Dichter und Unterhaltungskünstler, auf dem Weg dorthin ist und Erik sich ihm anschließen kann. Früh am Morgen brechen sie auf, sind einige Tage unterwegs, erreichen dann Haithabu und bevor beide wieder den Heimweg antreten, erreicht das Schiff des Bruders die Stadt und die Brüder können gemeinsam mit Morten den Heimweg zu ihren Eltern antreten. - Klingt nicht spektakulär und ist doch alles andere als eine langweilige Roadstory.
Dem Autor Frank Schwieger gelingt eine besondere Finesse. Der Erzählstrang ist nur ein Teil jeder Buchseite. Der Rest ist angefüllt mit erklärenden Informationen und dazu passenden wunderschönen Zeichnungen von der Illustratorin Janna Steimann. Die Zeichnungen sind fast fotorealistisch angelegt, detailverliebt und eine Augenweide. Sie zeichnen ein harmonisches, heimeliges Bild der Wikingerwelt, keine Aggression, kein Stress, nur Friede, Freude, Glückseligkeit. Pastellige Grundtöne unterstreichen dieses Bild, alles ist wohlgeordnet und sauber. Lediglich die Speerspitzen auf der Einführungsseite lassen vermuten, es könnte auch einmal kriegerisch zugehen.
Eriks Reise nach Haithabu ist eine Reise in die Welt der Wikinger. Viele Themen und Fragen zu dieser untergegangenen Welt werden besprochen und beantwortet. Wer sind die Wikinger, wo leben sie, welche Tiere sind ihre Begleiter? Wie betreiben sie Fischfang und wie gestaltet sich ihre Jagd? Wie sieht die Welt der Kinder aus, welche Rolle haben die Frauen? Wie sehen Wikingerhäuser aus und wie werden sie gebaut? Wie funktioniert die Gesellschaft in den Dörfern und welche Bräuche werden gelebt? Was sind Runen und Runensteine? Welches Weltbild ist vorhanden und wer ist Odin, wer ist Thor? Was sind Schiffsgräber und wie sieht der Bestattungskult der Wikinger aus? Welches Handwerk üben die Wikinger aus, womit haben sie Handel getrieben und wohin führen ihre Handelsrouten? Wann entdecken die Wikinger Amerika, wie sehen ihre Schiffe und wie ihr Werkzeug aus? Die Christianisierung wird thematisiert und natürlich geht es auch um die Feste, die Gaumenfreuden, die Kleidung und den Schmuck.
Ergänzend gibt es eine Zeittafel, die von 793 bis zum Jahr 1066 die kurze Zeit der Wikinger anhand von überlieferten Fakten dokumentiert. Zudem enthält das Buch eine Übersicht über Bücher, DVDs und Museen. Das sind Anregungen zur weiteren Beschäftigung mit den legendären Nordmännern. Auf der letzten Buchseite wird das Wikingermuseum Haithabu vorgestellt; letztlich auch, weil das Buch in Zusammenarbeit mit diesem Museum entstanden ist.