Eins über mir

Autor*in
Duda, Christian
ISBN
978-3-407-75597-1
Übersetzer*in
Ori. Sprache
Illustrator*in
Mérot, Sylvain
Seitenanzahl
224
Verlag
Gattung
Buch (gebunden)Erzählung/Roman
Ort
Weinheim
Jahr
2021
Lesealter
4-5 Jahre6-7 Jahre8-9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten
Bücherei
Preis
15,00 €
Bewertung
sehr empfehlenswert

Teaser

Severin lebt allein in seiner Wohnung und führt ein ruhiges Leben. Das ändert sich, als Hilde eines Tages an seine Tür klopft. Mit ihren fünfeinviertel Jahren weiß sie schon sehr genau, was sie will. Doch als sie beschließt Severin zu heiraten, fangen die Probleme an.

Beurteilungstext

Hilde und Severin anzusehen ist schon komisch. Hilde ist klein, mit dunklen Haaren, fünfeinviertel Jahre alt und sehr resolut. Severin hingegen ist schon erwachsen, ein bisschen dick in der Mitte, mit wenig Haaren, ein wenig schüchtern, aber immer freundlich. Er ist nicht dumm, aber manchmal langsam im Denken und arbeitet in einer Werkstatt. Hilde und Severin leben im gleichen Haus und eines Tages beschließt Hilde, Severin zu besuchen und zu erkunden, ob er einen Fernseher hat. Den hat er und bald stellt Hilde fest, dass er auch ganz toll mit ihr und ihren Puppen spielen kann. Sie freunden sich an und verbringen Zeit miteinander. Das führt aber dazu, dass die beiden im Haus schon einmal komisch angeschaut werden. Als Hilde dann noch verkündet, dass sie Severin heiraten möchte, weil er ein Prinz ist und sie so Prinzessin werden kann, bekommt Severin Probleme, obwohl er gar nichts falsch gemacht hat. Er will Hilde nämlich gar nicht heiraten, weil er schon in Yasemine, die Küchenfrau aus der Kantine der Werkstatt, verliebt ist. Doch das kann man der Außenwelt schlecht erklären und schnell wird die Presse darauf aufmerksam und es kommt zu Mutmaßungen.
Es ist die Geschichte einer Freundschaft, die Christian Duda schlicht und flüssig erzählt. Er nutzt viele Dialoge und schreibt als homodiegetischer Erzähler aus der Perspektive von Severin, in dessen Gedankenwelt die Lesenden mitgenommen werden. Dargestellt wird ein Mann, der Kinder in dem, was sie sagen, sehr ernst nimmt und sich gut auf Kinderspiele einlassen kann. Das zeigt sich insbesondere im großen Finale, als er mit Hilde, seinem Bruder und dessen Töchtern fast ein Theaterstück aufführt, bei dem ein Drache (Severins Bruder) durch den Prinzen (Severin) besiegt wird.
Neben diesen komischen Einlagen ist es aber dennoch ein ernsthaftes Thema, das angesprochen wird, nämlich die Vorurteile gegenüber anderen Menschen. Urteilen wir nicht zu schnell über bestimmte Menschen? Zum Glück hat Severin auch viele Menschen, die mit ihm befreundet sind und sich für ihn einsetzen, wie etwa Hildes Mutter Krissy oder seinen Chef, der dafür sorgt, dass er nicht versetzt wird.
So endet das Stück mit einer Hochzeit und einem Kind, dem Severin nun alle Weisheiten über das Leben erzählen darf. Das Buch wird begleitet von Schwarzweiß-Illustrationen, die insbesondere den Kinderbuchcharakter noch einmal betonen und die Unterschiedlichkeit von Severin und Hilde gut ins Bild setzen. So kann das Buch zu einem interessanten Vorlesebuch werden, das gleichzeitig Tiefgang hat und durchaus zum Nachdenken über eigenes Verhalten und eigene Vorurteile führen kann.

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.

Diese Rezension wurde verfasst von ar; Landesstelle: Sachsen-Anhalt.
Veröffentlicht am 22.12.2021

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